Coronakrise – wer trägt Verantwortung?

6. Mai 2020

Es ist US-Präsident Donald Trump, der sich nicht davon abbringen lässt zu behaupten, dass der Ursprung des neuen Coronavirus ein wissenschaftliches Labor im rotchinesischen Wuhan sei.
Abgesehen vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage dürfte es unbestritten sein, dass die chinesischen KP-Regierenden den Ausbruch der Epidemie noch vor dem Jahreswechsel allzu lange verschwiegen haben und somit die weltweite Verbreitung ermöglichten. Aber wer wird Rotchina dafür schon vor irgendeinem Internationalen Gerichtshof klagen? Italien, Frankreich, Spanien oder die Europäische Union? Da werden sich Maos Nachfolger aber gewaltig fürchten, und selbst wenn der US-Präsident eine solche Klage vorbrächte und irgendwelche Schadensersatzansprüche stellen könnte, dürfte nichts dabei herauskommen.
Hierzulande gibt es auch sozusagen Corona-Nonkonformisten, Dissidenten gegenüber der Lehrmeinung der meisten wissenschaftlichen Institutionen und der Mainstream-Medien, die davon ausgehen, dass die ganze Pandemie weit harmloser wäre als behauptet. So etwa der der thailändisch-deutsche Wissenschafter Professor Suharith Bhakdi, der dieser Tage im Servus-TV in einem großen Interview seine Meinung vertrat. Er hält den Shutdown für absolut unnötig und überzogen, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation WHO, hinter der er Interessen der Pharmaindustrie und finanzgewaltige Personen, wie etwa Bill Gates, vermutet und davon ausgeht, dass der Shutdown selbst verfassungswidrig sein. Ins gleiche Horn stößt der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und ebenfalls hochqualifizierte Mediziner Wolfgang Wodarg.
Beide werden sie natürlich als Scharlatane und Verschwörungstheoretiker abgetan und ganz unauffällig ist es, wenn Internetgiganten von You-Tube bis Twitter Interviews mit ihnen löschen beziehungsweise blockieren. Und so geht es auch allen anderen Kritikern der Regierungslinie und der mainstream-medienverbreiteten Angstpropaganda über die Coronaseuche.
Was aber, wenn diese nonkonformistischen Stimmen, diese hochqualifizierten Mediziner Recht haben, wenn sie zumindest einen gewissen Wahrheitsgehalt haben und die ganze Corona-Epidemie weit harmloser ist als vorgegeben und der gesamte Shutdown mit seinem unübersehbaren katastrophalen Folgen in ökonomischer und sozialer Hinsicht überzogen war? Wer trägt dann die Verantwortung dafür, dass etwa in Österreich nahezu zwei Millionen Menschen ohne Arbeit sein werden? Wenn man die Kurzarbeit, die zweifellos auch in die Arbeitslosigkeit übergehen wird, die herrschenden Arbeitslosenzahlen und die potentiellen Firmenzusammenbrüche zusammen zählt, ist es nahezu ein Drittel der Erwerbstätigen des Landes, die hier ohne Arbeit sind.
Die Explosion unserer Staatsverschuldung, die Tatsache, dass wir viele Jahre arbeiten werden müssen, um diese Schulden auszugleichen, all das wird von niemandem verantwortet. DieRegierenden werden natürlich behaupten, dass sie mit ihrer unglaublich voraussehenden Politik dafür sorgten, dass die Corona-Epidemie im Lande harmlos geblieben sei und dass der Shutdown absolut notwendig und unumgänglich gewesen wäre. Eine Verantwortung für die durch den Shutdown verursachten Schäden wird niemand übernehmen.
Denken wir doch an das Jahr 2015 zurück, mit seiner gewaltigen Flüchtlingswelle von rund 100.000 illegalen Zuwanderern und Asylsuchenden mit gewaltigen sozialen Schäden und Kosten für das Land. Damals hat weder der Bundeskanzler Faymann, noch der ÖBB-Chef Kern noch der burgenländische Oberpolizist Doskozil auch nur irgendeine Verantwortung dafür übernommen und – das muss man gerechterweise sagen – niemand, geschweige denn die österreichische Justiz, hat auch eine solche politische oder gar strafrechtliche Verantwortung eingefordert. Und genau so wird es bei der Coronaepidemie sein: Für die Schäden will keiner die Verantwortung tragen.


Umerzieher Harald W. oder Von der Torheit des Tugendterrors

15. Mai 2013

Doktor Harald W., Bildungssprecher der heimischen Grünen im österreichischen Nationalrat, ist ein ehrenwerter Mann. Mit Leib und Seele hat er sich dem posthumen Widerstand verschrieben. Weshalb auch kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht in heimischen Medien vor alten oder neuen Nazis, verblichenen oder frischen braunen Flecken warnt. Und das im Vollbewusstsein der eigenen politisch korrekten Tugend.

Wer da böswillig meinen sollte, Herr Harald W. sei nur ein wild gewordener Mittelschullehrer, der gerne Robespierre oder zumindest Großinquisitor spielen wolle, irrt natürlich. Man betrachte nur die letzten Schlachten, die Herr Harald W. geschlagen hat: etwa gegen Heinz Fischer, den Bundespräsidenten himself, weil dieser die Wahl des Freiheitlichen Peter Fichtenbauer zum Volksanwalt gebilligt hat (siehe den Gastkommentar in der „Presse“ vom 7.5.).
Oder nun auch gegen Verteidigungsminister Klug, dessen burschenschaftervertreibende Mahnwache vor der Krypta auf dem Heldenplatz eben doch auch den Gefallenen der beiden Weltkriege und laut Harald W. auch jenen der horribile dictu Waffen-SS gegolten habe und nicht ausschließlich den alliierten Befreiern und den Opfern des NS-Regimes.
Die permanente Verschwörung
In der Causa Volksanwalt ist Harald W.’s Argumentation ohnedies sonnenklar: Umgeben von geläuterten Alt-Kommunisten und Ex-Maoisten wie Peter Pilz, Karl Öllinger und anderen weiß Harald W. natürlich, wie man sich glaubwürdig von anti-demokratischen und totalitären Bewegungen distanziert. Was sind die chinesische Kulturrevolution und Stalins Archipel Gulag schon gegen Fichtenbauers Ferialverbindung Waldmark.
Was seinerzeit unter dem roten Stern dem idealistischen Ziel der Umerziehung verbohrter Reaktionäre diente, ist bei obgenannter Waldmark zweifellos eine dauerhaft angelegte Verschwörung sich als liberale Biedermänner tarnender Antisemiten und Österreich-Feinde. Eine Verschwörung, die offenbar sogar in der Lage ist, den Bundespräsidenten zu täuschen. Dazu bedarf es keiner Belege, vielmehr ist dies ein Fall für die Beweisumkehr, womit Fichtenbauer das Gegenteil zu beweisen hätte.
Auf der Höhe des Zeitgeists
Was das Denkmal des unbekannten Soldaten in der Krypta am Wiener Heldenplatz betrifft, weiß doch jedermann, der einigermaßen auf der Höhe des Zeitgeists ist, dass die Österreicher ihre gefallenen Väter und Großväter, die dumm genug waren zu glauben, „für Gott, Kaiser und Vaterland“ oder gar für „Volk und Führer“ fallen zu müssen, gefälligst zu vergessen hätten. Da sollte man doch viel eher ein Denkmal für Bomber Harris oder für jene Teile der Roten Armee aufstellen, welche bekanntlich der weiblichen Zivilbevölkerung in den letzten Kriegstagen besonders zugeneigt waren.
Aber, wie gesagt, Herr Harald W. ist ein ehrenwerter Mann. Vielleicht nicht ganz so ehrenwert wie Robespierre. Und natürlich verfügt er trotz größter Ambitionen als Tugendterrorist auch nicht über jene Möglichkeiten, die der Wohlfahrtsausschuss in Paris anno dazumal hatte. Aber immerhin.
Es reicht ihm schon, wenn er den Herrn in der Hofburg genauso wie den frischgebackenen Volksanwalt und den Heeresminister an den medialen Pranger stellen kann, sie gewissermaßen auf die moralische Guillotine zu schicken vermag. Ähnlich wie dies sein offensichtliches Vorbild seinerzeit ganz real mit Louis Seize vermochte. Tugendterror ist eben ein Hobby der ganz besonderen Art.