Warum nicht…„Mailath-Pokorny-Ring“?

24. April 2012

Jetzt räumen wir aber endlich einmal auf in diesem Land! In einem Land, in dem es Plätze, Straßen und Gassen gibt, die nach Antisemiten, Rassisten, Nazi-Mitläufern und Anschlussbefürwortern benannt sind! Karl-Lueger-Ring? Weg damit. Die diversen Otto-Kernstock-Gassen? Tilgt sie aus den Straßenkarten. Karl-Renner Ring? Ausradiert. Der Mann hat den Anschluss begrüßt. Kärntnerstraße? Ausradiert. Das ist schließlich jenes Land, in dem dieser Proto-Nazi Haider sein Regime errichten konnte! Heldenplatz? Helden – und seien es auch solche aus den Türkenkriegen oder aus napoleonischen Kriegen – sind etwas für Rechtsextremisten. Und überhaupt. Jede topgrafische Bezeichnung, die den Namen eines Zeitgenossen der dunklen Jahre zwischen 1933 und 1945 trägt, welcher nicht nachweislich im KZ war, gehört getilgt. Der Verdacht, dass es sich dabei um Mitläufer oder stillschweigende Sympathisanten der braunen Despotie handelte, ist einfach zu naheliegend. Alles klar?

Aber was dann? Wie benennen wir unsere Straßen, Plätze und Gassen? Wie finden wir uns in unseren Dörfern und Städten zurecht? Nummerieren wir die Straßen einfach durch wie New York oder geben wir ihnen einfach die Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge als Kennzeichnung? Das wäre doch ein wenig zu phantasielos. Die einzig wirkliche Lösung ist doch, die in moralischer Hinsicht zweifellos über jede Kritik erhabenen Großmeister der Political Correctness, die Hohepriester des Antifaschismus und die Säulenheiligen des Gutmenschentums als Namensgeber für unsere topografischen Bezeichnungen herzunehmen. Etwa den roten Langzeit Kultur-Zerwalter von Wien, oder die jeweiligen Vorsitzenden des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands, natürlich den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, die Funktionäre des republikanischen Klubs (gibt’s den noch?), alle Mitglieder des grünen Parlamentsklubs und so weiter und so fort.

Ein Mailath-Pokorny-Ring, ein Ariel-Muzicant-Platz und vielleicht dann noch ein Heribert-Schiedel-Gässchen stellen die Alternative dar. Zweifellos!

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