Der fatale ­Gewöhnungseffekt

5. Oktober 2016

Mein Gott: Da oder dort gibt es halt eine Vergewaltigung, der flüchtige Täter, ein junger Mann südländischen Typs, täglich liest man davon in der Zeitung. Da und dort rast einer mit seinem Auto in die Menge und brüllt dabei „Allahu akbar“. Eh nur ein frustrierter Elektriker, der gerade entlassen wurde, was ist schon dabei? Gewiss explodiert wöchentlich irgendwo in Europa eine Bombe, wenn es nur eine geringe Opferanzahl gibt, regt das kaum mehr jemanden auf. Ja und die Flüchtlinge, kaum mehr der Rede wert, die Balkanroute ist ohnedies geschlossen, wenn da in Griechenland zwischendurch einmal von den Schutzsuchenden ein Lager angezündet wird, regt sich keiner auf. Und natürlich kommen Schwarzafrikaner über die Grenze von Italien her, ein paar zu Fuß über die Autobahn, die anderen in Zügen, alles kaum der Erwähnung in den Gazetten wert. Und die Marineeinheiten der diversen EU-Staaten fischen nahezu täglich hunderte aus dem Mittelmeer ganz nahe der libyschen Küste und bringen sie nach Italien, wen regt das auf?
Man gewöhnt sich an alles, man stumpft ab, und die uniformierte Wache des Bundesheers in der Maria-Theresien-Kaserne besteht aus Schwarzafrikanern, im Gardebataillon stehen Türken stramm, das Servicepersonal in der Gastronomie spricht zumeist nur mehr gebrochen Deutsch, die Zeitungszusteller des Nachts heben sich in der Dunkelheit kaum von ihrer Umgebung ab und Tschador, Burka und Kopftücher sind alltäglich im Straßenbild, wen regt das auf? Man gewöhnt sich an alles.
Ja und die Kriminalstatistik, was soll so besonderes daran sein? Geklaut, geprügelt und geschossen haben auch die biederen Österreicher. Und dass die Gefängnisse zu Stätten zahlloser verschiedener Migrationshintergründe geworden sind, ja und wen regt das auf? Man gewöhnt sich an alles.
Dieser fatale Gewöhnungseffekt hat die Österreicher längst ergriffen. Und fatalistische Gleichgültigkeit, „Wurstigkeit“ um es auf gut österreichisch auszudrücken, war schon immer ein Überlebensprinzip des gelernten Österreichers. Meckert ein bisschen, findet sich aber achselzuckend damit ab und lässt sich womöglich von der Schönfärberei in den etablierten Medien einlullen. All die vielen Beispiele „gelungener Integration“ beweisen doch: Wir schaffen das. Im Übrigen macht die Regierung eh alles, was sie kann, um das Problem in den Griff zu bekommen, der junge Außenminister, der Kurz, schließt ohnedies alle Zugangswege nach Österreich, und der fesche Bundeskanzler, der Kern, der macht ja gemeinsam mit dem G‘stopften mit dem Verteidigungsminister und mit dem Glatzertem, dem Innenminister, eh alles, was er kann, damit nicht mehr als 38.500 – oder waren es 138.500? – Asyl­anten kommen, das schaffen wir doch locker. Oder etwa nicht?


Die „zornigen“ jungen Männer und Facebook

21. Januar 2016

Überlegungen zur Zivil-Invasion

Die Nahost-Expertin Karin Kneissl war es, die vor mehreren Jahren formuliert hatte, dass die sogenannte Arabellion ein Aufstand der „zornigen jungen Männer“ im Nahen Osten und in Nordafrika sei. Nun führt sie diesen Gedanken fort, indem sie uns erklärt „die zornigen jungen Männer haben nun Europa erreicht“. Sie seien es, die die Masse der Zuwanderer der letzten Monate bilden. Und sie seien es auch, die für Gewaltexzesse wie etwa jüngst am Silvesterabend in Köln verantwortlich wären. Zornige junge Männer, geprägt von muslimischen Gesellschaften mit entsprechender Frauenverachtung, traumatisiert vom Krieg und Flucht, entsprechend gewaltbereit und außerdem allzu häufig getrieben vom gewaltigen Hormonstau.
Und dann kommt da noch etwas dazu, was Karin Kneissl auch entsprechend kritisch anmerkte: Schon die „Arabellion“ der vergangenen Jahre und erst recht die Zuwanderungswelle, die wahrlich an eine Völkerwanderung erinnert, wird getrieben und organisiert von exzessiver und gezielter Smartphone-Kommunikation.
Über die sogenannten Sozialen Medien hätten sich diese zornigen jungen Männer zwischen Tunesien und Ägypten, zwischen Syrien und Libyen zu ihren Protestaktionen organisiert. Nunmehr tun sie es, angekommen als Migranten in Europa, für das euphemistisch „Antanzen“ genannte Kesseltreiben gegen europäische Frauen.
Dass es in der arabischen Welt, darüber hinaus im gesamten muslimischen Bereich, aber auch am indischen Subkontinent und im chinesischen Kosmos einen gewaltigen Männerüberschuss gibt, ist bekannt. Die chinesische „Ein-Kind-Politik“, die hinduistische Frauenverachtung, sie führen dazu, dass es ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern gibt, ein Ungleichgewicht, das eben in der muslimischen Welt auch existiert. Einer gewaltigen und wachsenden Anzahl junger Männer stehen immer weniger Frauen gegenüber, und in der arabischen Welt ist die Eheschließung außerdem für verarmte Bevölkerungsschichten wirtschaftlich kaum finanzierbar.
Ein freier und entspannter Umgang zwischen den Geschlechtern ist in solchen Gesellschaften nicht nur wegen der immanenten Frauenverachtung, sondern eben wegen des Frauenmangels und der Unmöglichkeit, die Libido junger Männer auszuleben, kaum möglich. Sexuelle Übergriffe und sexuell motiviert Gewalttätigkeit, die aufgrund der soziokulturellen Traditionen in weiten Bereichen gar noch als Kavaliersdelikte gelten, sind die nahezu zwangsläufige Folge. Und derlei Verhaltensweisen und Mentalitäten wurden nunmehr hunderttausendfach nach Mitteleuropa importiert.
Der Begriff der „zornigen jungen Männer“ bezieht sich auf die allgemeine Hoffnungslosigkeit breiter Massen von jungen Männern, die weder bildungsmäßig noch beruflich Perspektiven haben, sehr wohl aber haben sie alle Zugang zu Internet und Fernsehen, und über Smartphone und W-LANInternet die ständige Verfügbarkeit der Bilder von Gesellschaften, in denen für sie mutmaßlich Milch und Honig fließen, also des Westens Europas und Nordamerikas. Die Welt des großen Geldes, der hedonistischen Befriedigung aller Bedürfnisse und der ohne Probleme ständig abrufbaren Sexualität, angeboten in massenhaft verfügbarer Internetpornographie, prägen für diese zornigen, jungen Männer das Wunschbild einer Gesellschaft und einer Lebensplanung, der sie sich zuerst durch die Revolte in den eigenen Ländern und nach deren Scheitern durch den Exodus nach Europa eingliedern wollen.
Dabei gehört es zu den großen Rätseln, wie sich diese zornigen, jungen Männer die sündteuren Smartphones, die teuren Internetanbieter und mehr finanzieren und leisten können. Dies ist für die Jugendlichen in den europäischen Wohlstandsgesellschaften schwierig und kostenintensiv. Für die Migranten modernen Zuschnitts scheint es zu den Verpflichtungen der Gast-Gesellschaften zu gehören, all dies kostenfrei zur Verfügung zu stellen, so wie die Transportmittel für die Einreise, die Unterkünfte und die finanzielle Grundversorgung.
Wenn sich dieses Anspruchsdenken dann enttäuscht sieht, wenn Mutti Merkel doch nicht in der Lage ist, Haus, Auto, Handy und Frauen – so wie für die Engagierteren vielleicht auch Arbeit – zur Verfügung zu stellen, dann wird auch der kollektive Frust dieser zornigen jungen Männer über das Smartphone vergemeinschaftet. Und allenfalls wie zuletzt zu Silvester in Köln und anderen mitteleuropäischen Großstädten auch zur Organisation des kollektiven Gewaltexzesses, zur Organisation von Vermögensdelikten und der gewaltsamen sexuellen Triebbefriedigung genützt.
Die zornigen jungen Männer, geprägt in verarmten und krisengeschüttelten muslimischen Gesellschaften, die nunmehr in Europa, insbesondere in Deutschland, Österreich, aber auch in den Niederlanden und in Schweden angekommen sind und von denen – wenn sich das europäische Politikversagen fortsetzt – möglicherweise noch Millionen kommen werden, sie bilden das zentrale soziale Konfliktpotential der kommenden Jahrzehnte. Ihre Integration in das gesellschaftliche Gefüge der Gastländer, insbesondere den Arbeitsmarkt, wird nur sehr schleppend, wenn überhaupt möglich sein. Eine soziale und kulturelle Anpassung in das Wertgefüge der mitteleuropäischen Gesellschaften wird genausowenig stattfinden. Und die dauerhafte Alimentation eines derart großen Zuwanderungs-Prekariats wird in den krisengeschüttelten Volkswirtschaften auch nicht möglich sein. Aus dieser Faktenlage ergibt sich zwangsweise ein Anwachsen der Frustrationsgefühle dieser zornigen jungen Männer.
Allzumal in einer Gesellschaft, in der sie ständig auch Wohlstand, Ordnung und eine libertäre Lebensweise vor Augen haben. Eine von ihnen dauerhaft empfundene gesamtgesellschaftliche Benachteiligung und Chancenlosigkeit wird aus dieser breiten Schicht der zugewanderten zornigen jungen Männer eine soziale Bombe machen, das steht außer Frage.

Ungleiche Verteilung

Eigentlich ist die Geschlechterverteilung sehr ausgeglichen. Das primäre Geschlechtsverhältnis, also das Geschlechtsverhältnis bei der Befruchtung liegt beim Menschen bei ca. 1,3 männlich zu 1,0 weiblich. Weil aber männliche Embyonen und Föten eher absterben als weibliche, liegt das sekundäre Geschlechterverhältnis, das ist jenes bei der Geburt, beim Menschen bei ca. 1,05 männlich zu 1,0 weiblich.
In manchen Ländern, insbesondere in Indien oder China, findet durch gezielte Abtreibungen weiblicher Föten eine geschlechtsselektive Geburtenverhinderung statt. So kommen in China 1.133 neugeborene Buben auf 1.000 Mädchen, bei bei Kindern unter 15 sind es sogar 1.170 Jungen auf 1.000 Mädchen. Ebenfalls stark ungleich ist das Geschlechterverhältnis in Ländern der arabischen Welt. In Katar kommen 1,87 Männer auf eine Frau, in Bahrain 1,52 Männer auf eine Frau und in den Vereinigten Arabischen Emiraten 1,43 Männer auf eine Frau. Grund dafür ist die hohe Zahl von Gastarbeitern, die betreffenden Länder lassen nur Männer ohne ihre Familien ins Land.
In Deutschland und Österreich gab es kriegsbedingt in der Nachkriegszeit einen hohen Frauenüberschuß. So ergab in Österreich die Volkszählung 1951 eine Geschlechterproportion von 866 Männern auf 1.000 Frauen.