Europa rückt nach rechts

12. April 2010

Europa rückt nach rechts, die ungarischen Wahlen haben es bewiesen. Die rechtspopulistische Fidesz des Viktor Orbán hat die absolute Mehrheit erlangt und die – nach Ansicht der politisch korrekten Beobachter – „rechtsextreme“ Jobbik wird mit nahezu 17 Prozent ins Parlament einziehen. Ob Jobbik wirklich so extrem ist, ob sie wirklich so antisemitisch ist, wirklich so militant gegen Zigeuner eingestellt, wie die zeitgeistigen Medien behaupten, bedürfte einer Überprüfung. Tatsache ist jedenfalls, dass sie demokratisch legitimiert ist und zwar von einer stattlichen Anzahl von ungarischen Wählern. Tatsache ist auch, dass die Ungarn den Patriotismus, das Nationalbewusstsein und die Erhaltung der eigenen Kultur gewählt haben.

Für die Polen kam es indessen zur nationalen Tragödie. Der Absturz des Präsidentenflugzeugs in der Nähe des „verfluchten Katyn“ löschte nämlich mit einem Schlag einen Teil der politischen polnischen Elite aus und zwar insbesondere der rechten Elite des Landes. Präsident Kaczinsky und eine Reihe von führenden Exponenten seiner Partei „für Recht und Gerechtigkeit“ kamen ums Leben, ebenso die Spitzen der polnischen Armee. Nur die Pietät dürfte es verhindert haben, dass hier seitens der politisch korrekten Linken klammheimliche Schadensfreude quer durch Europa aufkam. Allerdings verzichtete man in den Medien nicht darauf hinzuweisen, dass aller Wahrscheinlichkeit nach der Präsident selbst für den Absturz verantwortlich gewesen sei, weil er den Piloten durch ein Machtwort zum vierten Landeanflug und dem darauf folgenden Absturz gezwungen habe.

Aber jeder Mensch ist bekanntlich ersetzbar und die Spitzen des Militärs haben alle ihre Stellvertreter und auch im rechten Lager Polens werden sich neue Gesichter finden, die die Positionen der ums Leben gekommenen Politiker einnehmen. Bei den kommenden Präsidentenwahlen dürfte jedenfalls nicht zuletzt aufgrund des Mitleidseffekts wieder die Rechte in Warschau siegen. Europa liegt eben insgesamt offenbar im rechten Licht und das ist gut so.