Oskar Deutsch, die deutschnationalen Burschenschafter und Theodor Herzl

18. Januar 2018

Man wolle mit den freiheitliche Bundesministern seitens der Israelitischen Kultusgemeinde keinesfalls in Kontakt treten, wenn es denn – wohl für Subventionen beispielsweise – notwendig sei, dann werde man höchstens auf Beamtenebene mit diesen Ministerien reden, so der Präsident der Kultusgemeinde, der Kaffeeröster Oskar Deutsch. Warum diese Kontaktsperre? Weil es nach Ansicht des Herrn Deutsch in den Reihen der blauen Regierungspartei keine Distanz gäbe zu jenen „deutschnationalen Burschenschaftern, die die Theoretiker des Antisemitismus“ gewesen seien. Und man wolle den freiheitlichen Regierungsmitgliedern kein „Koscher-Zertifikat“ ausstellen.
Da erweist sich der Herr Präsident als echter „Schmock“ in Sachen Geschichtskenntnisse. Diese ach so bösen Burschenschaften haben sich nämlich in ihrer 200-jährigen Geschichte vielfach gewandelt, und sie haben, wie alles Menschenwerk, gute Seiten und weniger gute und auch schlechte. Und sie haben Positives geleistet und schiere Irrwege beschritten.
Als etwa die akademischen Legionäre während der bürgerlichen Revolution von 1848 in Wien – weitgehend Burschenschafter – unter der Führung des Juden Dr. Goldmark den Kampf für den Verfassungsstaat aufnahmen, konnten sie mit Recht für sich den Anspruch erheben, die ersten Kämpfer für Recht und Freiheit, für Bürgerrechte, Verfassung und Rechtsstaat im Lande zu sein. Als der junge Jude Theodor Herzl, immerhin später der Begründer des Zionismus und damit der Urvater des Staates Israel, im Jahre 1881 bei der Burschenschaft Albia in Wien das Band aufnahm, wusste er natürlich, dass er bereits damals einer deutschnationalen Vereinigung beitrat, das fand er offenbar höchst erstrebenswert. Als er zwei Jahre später allerdings das Albenband zurücklegte, tat er dies wegen der zunehmenden antisemitischen Tendenzen innerhalb der Burschenschaften, ähnlich wie die beiden Gründer der Sozialdemokratie, Victor Adler und Engelbert Pernerstorfer. Und tatsächlich entwickelten sich die deutschen Burschenschaften in Österreich im Zuge der unseligen Waidhofener Beschlüsse in eine antisemitische und rassistische Richtung, die Jahrzehnte später darin gipfeln sollte, dass viele Burschenschafter und Korpsstudenten der totalitären Versuchung des Nationalsozialismus erliegen sollten und Anteil an schweren Verbrechen der Weltgeschichte haben sollten. Dass Burschenschafter, etwa in der Person des Präsidenten der Provisorischen Nationalversammlung Franz Dinghofer, aber auch an der Wiege der Republik standen, in der Ersten Republik höchst verantwortungsvolle Rolle in Regierungsfunktion ausübten, und dass sie bis zuletzt um die Erhaltung des demokratischen Parlamentarismus gegen den Klerikalfaschismus kämpften, ist ebenso eine Tatsache. Und dass diese Burschenschaften im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung von den NS-Behörden verboten wurden, weil sie verdächtig waren, ein Hort der Freigeisterei und des Individualismus zu sein, ist auch eine Tatsache.
Und insbesondere übersieht der Herr Deutsch, dass die Burschenschaften heute zwar deutsches Geschichts- und Kulturbewusstsein pflegen und damit zu jenen Österreichern zählen, die auch bereit sind, die Verantwortung für die deutsche Geschichte in ihren Höhen, aber auch in ihren schrecklichen Tiefen zu übernehmen, ignoriert er.
Vor allem aber, dass diese Burschenschafter in der Zweiten Republik seit Jahrzehnten zu ihren edlen Wurzeln zurückgekehrt sind, lupenreine Demokraten und pflichtgetreue Staatsbürger sind, dass in ihren Reihen Antisemitismus genauso geächtet ist wie in allen anderen ernstzunehmenden Bereichen unserer Gesellschaft. Und noch etwas sollte der Herr Präsident vielleicht beherzigen: Nicht einmal seine gehässigen Attacken und Denunziationen etwa in israelischen Medien werden es schaffen, antisemitische Reflexe in den Reihen der von ihm so gehassten deutschen Burschenschaften hervorzurufen und schon gar nicht bei den freiheitlichen Regierungsmitgliedern.

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Ashton sagt Nein zu Deutsch im EU-Diplomatendienst und Bundesregierung fällt um

26. März 2010

Wieder einmal umgefallen ist die Bundesregierung gegenüber der EU. Deutsch soll nun doch nicht die dritte Arbeitssprache im Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) werden. Am Mittwoch, im EU-Hauptausschuß des Nationalrates, war alles noch ganz anders. Da haben Kanzler Faymann und Außenminister Spindelegger gemeint, Deutsch müsse unbedingt in der EU gleichgestellt und Arbeitssprache des neuen Diplomatendienstes werden.

Jedenfalls zeigt die Verbannung der deutschen Sprache aus dem EU-Diplomatendienst, daß sich die Bundesregierung nicht energisch genug an der Seite Berlins für eine
Gleichstellung des Deutschen eingesetzt hat. Im Zweifelsfall werden berechtigte nationale Interessen eben auf dem Brüsseler Altar geopfert. Ob damit aber die hierzulande weitverbreitete EU-Skepsis bekämpft werden kann, muß jedoch bezweifelt werden.

Zudem hat die Europäische Union mit der Entscheidung der für den Aufbau des EAD verantwortlichen „EU-Außenministerin“ Catherine Ashton einmal mehr ihre häßliche Fratze gezeigt. Die deutsche Sprache, die immerhin die in der EU am weitesten verbreitete Muttersprache ist, wird weiterhin offen diskriminiert und die Vorrangstellung des Englischen und Französischen damit einzementiert. Ein Europa der sprachlichen und der kulturellen Vielfalt, von dem die Brüsseler Polit-Nomenklatura in Sonntagsreden so gerne spricht, sieht jedenfalls anders aus.


Erdogan will nicht Türkei europäisieren, sondern Europa türkisieren

26. März 2010

Skandalös und untragbar ist die jüngste Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, in der Bundesrepublik Deutschland türkische Gymnasien zu errichten. Wenn Erdogan meint, türkische Kinder sollten zuerst Türkisch und dann erst Deutsch lernen, dann ruft er damit seine in Deutschland oder anderen europäischen Ländern lebenden Landsleute auf, sich nicht zu integrieren.

Offenbar verlangt Erdogan von den Bundesdeutschen, daß sie die Ausweitung und die Einzementierung der ohnedies schon bestehenden türkischen Parallelgesellschaften durch die Errichtung von türkischen Gymnasien auch noch finanzieren sollen. Wenn dieses Beispiel Schulen macht, dann wird der türkische Regierungschef bald auch von anderen europäischen Ländern, in denen eine Vielzahl von teils integrationsunwilligen Türken leben, etwa von Österreich, den Bau
türkischer Gymnasien verlangen. Und sind diese erst einmal errichtet, dann wird Erdogan türkische Universitäten in Europa fordern. Damit wäre jeglicher Anreiz zur Eingliederung in die Leitkultur des jeweiligen Gastlandes zunichte gemacht.

Aufgrund der wiederholten maßlosen Forderungen Erdogans gilt es nun, die EU-Beitrittsverhandlungen mit Ankara unverzüglich abzubrechen. Zuerst bezeichnet der
türkische Premier die Assimilierung als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und dann will er ein türkisches Parallel-Bildungswesen aufbauen. Damit gibt Erdogan zu verstehen, daß er nicht die Türkei europäisieren, sondern Europa türkisieren will.