„Bevölkerungsaustausch“

13. Mai 2019

Im Jahre 1991, also vor bald 30 Jahren, hat der Autor dieser Zeilen in einem Vortrag davor gewarnt, dass die weitgehende Kinderlosigkeit und die Überalterung der autochthonen Bevölkerung bei gleichzeitiger verstärkter Zuwanderung im deutschen Mitteleuropa zu einer „Umvolkung“ führen könne.
Die mediale Aufregung war groß, man versuchte von Seiten der etablierten politischen und medialen Kräfte die Benutzung eines angeblichen „Nazi-Unworts“ zur Skandalisierung der aufstrebenden Haider-FPÖ zu instrumentalisieren. Damals lebten in Österreich rund eine halbe Million „Ausländer“, wie man landläufig zu sagen pflegte. Heute, im Jahr 2019, sind es geschätzte 2,5 Millionen Menschen mit „Migrationshintergrund“, die unser Land bereichern. Stellt diese Veränderung der demographischen Substanz des Landes nicht tatsächlich einen Austausch der Bevölkerung dar?
Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache hat dieser Tage in einem Zeitungsinterview von einem „Bevölkerungsaustausch“ gesprochen und richtigerweise erklärt, dass dieses Wort schlicht und einfach ein Faktum bezeichne.
Das politisch korrekte und Polit- und Medienestablishment hat aufgeheult und geradezu hysterisch behauptet, der Vizekanzler benütze die Terminologie des Rechtsextremismus, und rechtsaußen stehende Splittergruppen mutmaßen seit langem, dass es eine Verschwörung schon seit den Tagen des Paneuropäers Coudenhove-Kalergi gäbe, wonach die europäischen Völker durch eine „asiatisch-negroide Mischbevölkerung unter jüdischer Führung“ ausgetauscht werden sollten.
Und genau da liegt der gravierende politisch relevante Unterschied: Patriotische Freiheitsparteien quer durch Europa, unter ihnen auch die österreichischen Freiheitlichen, versuchen die jeweilige autochthone Bevölkerung ihrer Heimatländer davor zu schützen, zur Minderheit in ihrer eigenen Heimat zu werden.
Sie versuchen, die weltweiten Migrationsbewegungen, das unkontrollierte illegale Einströmen von Wirtschaftsflüchtlingen, die Zuwanderung an die gewachsenen jeweiligen Sozialsysteme zu verhindern oder zumindest einzuschränken und zu reglementieren.
Sie warnen in diesem Zusammenhang vor einem „Bevölkerungsaustausch“, der die angestammte Bevölkerung des Landes, ihre Sprache und Kultur, ihre Lebensweise und ihr Sozialsystem massiv bedrängt oder gar gefährdet.
Dies ist nicht nur ein politisch legitimes Unterfangen, es ist ein politischer Auftrag, der etwa in Österreich oder in der Bundesrepublik Deutschland auch verfassungsmäßig begründet ist: nämlich Wohl und Wehe von Land und Leuten tunlichst zu fördern.
Und aus dieser Sicht bedeutet „Bevölkerungsaustausch“ nicht mehr und nicht minder als die Bezeichnung für eine faktische politische Entwicklung, vor der man warnt, so wie es Strache getan hat und tut.
Man nimmt dabei keineswegs die Terminologie irgendwelcher rechtsextremer Sekten in Anspruch. Vielmehr ist es umgekehrt, diese verwenden großenteils Versatzstücke aus der politischen Programmatik rechtsdemokratischer Freiheitsparteien, um dann ihre Verschwörungstheorien darüber zu stülpen.
Begriffe wie Volk und Heimat, nationale und kulturelle Identität, Patriotismus, können nicht diskreditiert werden, nur weil sie von irgendwelchen rechtsextremistischen Randgrüppchen ge- und missbraucht werden.
Für unsere nationale und kulturelle Identität sind nationalfreiheitliche Menschen in Österreich schon Generationen vorher eingetreten. Und sie werden dies auch weiter tun.


Deutsche Metamorphosen

3. Dezember 2017

Das deutsche Volk geht unter – oder doch nicht? Fragen und Antworten

Die Ethnomorphose ist voll im Laufen. Das Wort „Umvolkung“ vermeidet der Autor, da er sich sonst eine späte Adenauer-Karriere durch den Unwillen des Bundespräsidenten verbauen würde und so wie nunmehr Johann Gudenus keine Ministerehren anstreben dürfte. Der Bevölkerungsaustausch aber, wie auch immer man ihn nennt, geht rasant vonstatten, das steht außer Zweifel: Rund ein Viertel der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hat jetzt bereits Migrationshintergrund, die Massenzuwanderung hält an, die etablierte Politik will sie nicht wirklich bremsen. Quote hin, Höchstgrenze her, der Familiennachzug kommt erst wirklich ins Rollen und der Kinderreichtum der Einwanderer übersteigt jenen der autochthonen Deutschen um ein Vielfaches. Das ist keine Frage der Politik oder gar der Ideologie, sondern ausschließlich ein Problem der Mathematik, wann die deutschen Aborigines rein zahlenmäßig in der Minderheit sein werden im eigenen Land.
Die kulturelle Dominanz scheinen sie allerdings bereits vorher aufgeben zu müssen. Das Bündnis zwischen politisch-korrektem Politestablishment und Mainstream-Medien auf der einen Seite und den Zuwanderungspopulationen auf der anderen Seite, welche sich am deutlichsten in der Merkelschen Willkommenskultur artikuliert hatte, ist dabei, im gesamten soziokulturellen Bereich in der Bundesrepublik – sowie natürlich auch im übrigen Europa, insbesondere in Österreich – Festungen der ursprünglich historisch gewachsenen deutschen Leitkultur zum Einsturz zu bringen. Nicht nur, dass in allen Werbesujets und bei öffentlichen Publikationen und Bilddarstellungen die Zuwanderungsgesellschaft überproportional ins Bild und ins Bewusstsein gerückt wird. Nein, in masochistischer Selbstaufgabe ist man auch bereit, zivilisatorische Alltagstandards zugunsten dieser Zuwanderungsgesellschaft, insbesondere auch zugunsten der militanten voranschreitenden Islamisierung, aufzugeben. Kein Schweinefleisch in Kindergärten, kein Kreuz in den Schulen, kein Nikolaus, kein Christkind. Vorerst einmal also die Preisgabe des christlichen Abendlandes. Dass dieselben politisch korrekten Kreise militanten Feminismus und Genderismus predigen, um gleichzeitig das archaische Menschen- und Frauenbild weiter Bereiche der Zuwanderungspopulationen zu tolerieren, wenn nicht gar zu akzeptieren, stört dabei offenbar nicht. Im kulturellen Bereich wird diese Selbstaufgabe der deutschen Leitkultur vor der Massenzuwanderung durch die Phänomene der Globalisierung, der Europäisierung und auch der Anglisierung, etwa in den sprachlichen Bereich, beschleunigt. Die gute alte deutsche Muttersprache wird durch einen zeitgeistigen Slang ersetzt, der ebenso primitiv wie nivellierend wirkt. Die spezifisch deutschen kulturellen Leistungen, wie sie das „Volk der Dichter und der Denker“ hervorzubringen vermochte, werden von den neudeutschen Zuwanderungspopulationen wohl kaum fortgeführt werden können. Überdies stellt sich die Frage, ob die massenhaft tendenziell analphabetischen Zuwanderer auf absehbare Zeit in der Lage sein werden, jenen Bildungsstand zu entwickeln, der zur Hervorbringung jener wissenschaftlichen Kreativ-Potentiale notwendig ist, wie sie die Deutschen im Lauf der letzten ein- bis zweihundert Jahre erbringen konnten.
Die Ethnomorphose durch Massenzuwanderung und Überalterung sowie Kinderlosigkeit der autochthonen Bevölkerung wird also zwangsläufig einen kulturellen Wandel nach sich ziehen, der qualitativ auf Generationen hinaus negativ wirken muss. Eine multiethnische Konflikt- und Ghettogesellschaft kann zwar auch kulturelle Vielfalt zeitigen, dazu aber muss sie zuvor in der Lage sein, zivilisatorisch und damit soziokulturell ein Niveau zu erreichen, das Hochkultur erst ermöglicht. Und davon sind die bereits vorhanden Parallelgesellschaften und die sich abzeichnenden Zuwandererghettos meilenweit entfernt. Die von der politischkorrekten Hautevolee herbeigesehnte Bereicherung der deutschen Kultur durch multikulturelle Befruchtung ist also zweifellos nicht mehr als Illusion.
Was aber ist mit der deutschen ökonomischen Leistungsfähigkeit? Nach wie vor ist das Land Exportweltmeister, nach wie vor ist insbesondere die deutsche Autoindustrie so etwas wie eine Weltmacht, nach wie vor sind die wirtschaftlichen Zahlen – gerade jetzt, wo die Konjunktur wieder angesprungen ist – beeindruckend. Neben einer leistungsfähigen Industrie und einer innovativen wissenschaftlich-technologischen Basis für dieselbe ist dafür auf Dauer zweifellos auch eine hochqualifizierte Schicht von Arbeitnehmern, insbesondere Facharbeiten und Technikern, vonnöten. In einer Gesellschaft, die zunehmend von einem Prekariat und tendenziell analphabetischen Parallelgesellschaften geprägt wird, dürfte es schwierig sein, dieses Niveau an technischer und fachlicher Qualifikation aufrecht zu erhalten beziehungsweise weiterzuentwickeln.
Mit der Nivellierung wissenschaftlicher Leistung und dem Rückgang an Kreativität ginge also auch ein Abstieg in der fachlichen und technischen Qualifikation Hand in Hand. Mittel- bis längerfristig müsste die deutsche Wirtschaft, insbesondere die produzierende Industrie, dadurch im Wettkampf mit anderen globalen Regionen wie etwa Ostasien zunehmend ins Hintertreffen geraten. Ein Konzern wie Volkswagen, der dann im Zuge der Globalisierung längst nicht mehr in deutscher Hand wäre, auch nicht in Deutschland produziert, dessen Management keinen Bezug zu Deutschland hat, ein solcher Konzern wäre wohl nur mehr eine Marke, hätte aber mit der deutschen Leistungsfähigkeit und der deutschen Volkswirtschaft nichts mehr zu tun. Die drei soeben skizzierten Komponenten, also die ethnisch-biologische, die kulturell-zivilisatorische und die ökonomisch-technologische deuten darauf hin, dass das deutsche Volk, wie es sich in einer tausendjährigen Geschichte über eine Vielzahl von Generationen entwickelt hat, mitten in einer dramatischen Veränderung begriffen ist.
Pessimisten könnten meinen, es stünde vor dem Ende, Optimisten, die sich da schon Mühe geben müssten, könnten argumentieren, es sei in einem Wandel begriffen, der zweifellos etwas anderes möglicherweise, aber nicht nur negativ zu Beurteilendes nach sich ziehen kann. Der Deutsche der Zukunft wird aber zweifellos von seiner Herkunft zu einem hohen Prozentsatz Migrationshintergrund haben.
Er könnte, wenn sich die Integration nicht als völlig unmöglich erweist, zusätzlich aber auch autochthone Wurzeln haben. Und er könnte – immer nur bei gelungener Integration der gegenwärtigen Zuwanderungspopulationen – auch eine veränderte, aber doch existente deutsche Leitkultur und deutsche Muttersprache bewahren. Dass diese dann neben den durch die Globalisierung bedingten angloamerikanischen Einflüssen etwa zahlreiche türkisch-arabische und andere Fremd- und Lehnwort beinhalten würde, steht außer Zweifel. Dass der Deutsche der Zukunft phänotypisch auch anders aussehen würde als jener der Vergangenheit, dass Blonde und Blauäugige in der Minderzahl wären, ist auch klar.
Letztlich wird das Ausmaß der Veränderungen, also die Relation und Integrationsfähigkeit beziehungsweise Assimilationsfähigkeit der Zuwanderungsbevölkerung, darüber entscheiden, ob es Kontinuität für den deutschen Nationalcharakter und das deutsche Volk als ethnisch-kulturelle Einheit geben kann. Pessimisten dürfen mit Fug und Recht den Untergang des Abendlandes und eben auch jenen des deutschen Volkes vor Augen haben. Im Interesse unserer Kinder und Kindeskinder – soweit die Deutschen eben solche noch haben – ist allerdings auch Optimismus gefordert und Kampfeswille, doch noch eine positive Entwicklung herbeizuführen. Noch sind wir Deutschen nicht verloren, nach zwei verlorenen Weltkriegen, zwei totalitären Systemen, denen wir uns zumindest teilweise zu beugen hatten, politischer Neurotisierung und zumindest fahrlässig zugelassener Ethnomorphose ist dieses Land und sind darüber hinaus die Menschen deutscher Muttersprache nach wie vor einer der stärksten Faktoren des sich integrierenden Europas. Die große Frage wird sein, ob dieses Volk und die von diesem getragene Kultur in sich selbst genug Kraft hat, um Bestand zu haben.


Denk ich an Deutschland in der Nacht …

4. März 2016

Elegische Gedanken

Zwar nicht im Pariser Exil, wie weiland Heinrich Heine, und doch mit dem gleichen Gedanken: „Denk ich an Deutschland bei der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht…“.
Was haben wir aus diesem deutschen Volk, aus unserer Kultur, unser Muttersprache aus dem Land – horribile dictu – zwischen Etsch und Belt, Maas und Memel gemacht? Der Fußball-Weltmeister und der Export-Weltmeister, der Träger der viel gepriesenen „Willkommenskultur“, unentwegt mit geradezu religiösem Eifer im Kampf gegen rechts geeint. Geführt von Mutti Merkel, die ihre Raute zelebriert wie der Braunauer dereinst den cäsarischen Gruß.
Assentiert vom schwäbischen Sparmeister Schäuble und dem fettleibigen Sozialdemokraten Gabriel, denen sich der bayerische Sparifanki Seehofer beim Possenspiel auf der politischen Bühne nur scheinbar entgegenstellt. Getragen all das von einem nach wie vor biederen Volk, das zwar geschwächt durch Überalterung und Geburtenrückgang, neurotisiert durch Umerziehung und Political Correctness nach wie vor den einstigen deutschen Sekundärtugenden, der Aufrichtigkeit, des Fleißes, der Pünktlichkeit und der Zuverlässigkeit huldigt.
Und doch die Frage: Gibt es das überhaupt noch, dieses deutsche Volk? Die Wohnbevölkerung auf dem Territorium der Bundesrepublik nämlich ist längst alles andere als ein ethnisch gemeinschaftlich definierbares Volk. Der Massenzuzug aus allen Herren Länder, von den frühen Gastarbeitern der 60er Jahre über diverse Kriegsflüchtlingswellen, der Zuzug nach der europäischen Ostöffnung bis hin zur Völkerwanderung der letzten Monate, der damit verbundene Familiennachzug und der Kinderreichtum der Migranten, all das wird jene Bewohner der Bundesrepublik, die nach dem alten ius sanguinis autochthone Deutsche wären, in einer sehr kurzen Zeitspanne zur Minderheit machen, aber wen stört dies? Allenfalls Rassisten, denen dieses Geblütsrecht – das zwar noch immer die Basis der im deutschen Grundgesetz gegebenen Definition des Deutschen ist – noch wichtig erscheint. Menschen, die die Zukunft des Landes in eigenen Kindern und nicht in Zuwanderern sehen, aber solche Menschen geraten zunehmend in eine Minderheitsposition oder sie haben zumindest keine medialen Sprachrohre.
Für die exportierende deutsche Industrie, die früher einmal Teil der deutschen Volkswirtschaft war, spielt das längst keine Rolle mehr. Sie braucht möglichst billige, aber auch qualifizierte Arbeitskräfte, woher diese kommen, wo diese leben, ob in Deutschland oder eventuell auch in anderen Teilen der Welt, ist für sie zweitrangig. Gewiss, sie zählen als Konsumenten, aber wenn man in erster Linie exportiert, ist der heimische Markt längst nicht mehr so zentral.
Aber nicht nur Fußball-Weltmeister und nicht nur Export-Weltmeister ist dieses zeitgenössische Deutschland. Nein, es ist angeblich auch so etwas wie eine Führungsmacht in der Europäischen Union, beinahe schon ein sogenannter „Global Player“ und damit gefragter Partner für Washington und natürlich interessant für Moskau und auch für Peking. Und tatsächlich schien Mutti Merkel mit ihrer Politik der hinhaltenden Entschlusslosigkeit über etliche Jahre die führende Kraft innerhalb Europas zu sein – etwa bei der krampfhaften Erhaltung des Euro oder nun mit ihrer flapsigen Einladung an die Migrantenströme aus dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika.
Ob sie dabei die Mehrheit der deutschen Wahl- und Stimmbürger hinter sich hat, ist eine andere Frage. Gewiss, sie ist gewählt und in einer demokratischen und parlamentarischen legitimierten Koalition zur Kanzlerin gekürt worden, in Sachen Willkommenskultur aber hat sie die Deutschen auch nicht im Bundestag, keineswegs vor ihrer Entscheidung, befragt. Und die Zeichen mehren sich, dass eine satte Mehrheit der Bevölkerung diesbezüglich etwa nicht hinter ihr steht. Ganz abgesehen davon scheinen sich die übrigen Europäer insgeheim mit Häme zu sagen, dass die großartigen Bundesdeutschen mit ihrer noch viel großartigeren Bundeskanzlerin die Suppe eben selbst auslöffeln sollen, wenn sie schon so großartig sind.
Die sozialdemokratischen Regierenden in Paris, in Rom und auch in Athen – dort sind es ja Ultralinke – sind sehr wohl bereit, die Zivilinvasoren durchzuwinken in Richtung Deutschland. Österreich, das bekanntlich eine Obergrenze von 80 Asylanträgen pro Tag – diese Grenze gilt jedoch wohlgemerkt nur für Spielfeld – beschlossen hat, aber allerdings 3.200 durchwinken will, eine satte Million pro Jahr also, wenn die große Führungsmacht Deutschland so will, dann soll sie es so haben, denkt man sich hämisch im übrigen Europa. Und Angela Merkel, die kinderlose Physikerin, geprägt vom merkwürdig verquastem Ethos eines in die „DDR“ emigrierenden protestantischen Pfarrer-Elternhauses, schaltet auf stur: „Wir schaffen das.“
Was aber wird aus diesem mehr als tausendjährigen Volk, das einst Träger des europäisch-abendländischen Reichsgedankens war, aus diesem Volk der Dichter und Denker, das die bedeutendsten Musikschaffenden der Menschheit hervorgebracht hat, aus diesem Volk, das die Freiheit einst auf seine Fahnen schrieb, ist es heute zur manipulierbaren Masse für den Zeitgeist verkommen, hat es seine faustische Schöpferkraft völlig eingebüßt, sind seine heutigen Groß-Literaten, sind Martin Walser, Botho Strauß, Peter Handke, Goethes, Schillers und Lessings würdig? Oder es ist alles papierene Makulatur, was die genannten Zeitgenossen und ihre Co-Skribenten in unseren Tagen so produzieren?
Und das Gesicht des Landes, das einst von gotischen Domen, stolzen Burgen und selbstbewussten Bürgerstädten geprägt war, das Gesicht dieses Landes, wie sieht es heute aus? Zersiedelt, verbaut, verkommen überwuchert von grässlichen Gewerbegebieten und antlitzlosen Wohnsilos, die Großtaten zeitgenössischer Architektur könnten sich ebenso in Wladiwostok wie in Los Angeles finden, und die faschistoide Megalomanie eines Albert Speer wurde nur durch die maßlose bauliche Zeitgeist-Hurerei von Coop-Himmelbau und Konsorten ersetzt. Dombaumeister und Städtebauer gibt es in diesem Deutschland längst nicht mehr.
Stellt sich also nur noch die Frage, gibt es so etwas wie das „geheime Deutschland“, von dem einst Stefan George mit seinen Jüngern träumte, jenes geheime Deutschland, das Stauffenberg vor dem Erschießungskommando in Berlin das „heilige Deutschland“ nannte? In den erfolgsgewohnten Visagen der Export-Weltmeister, in den glatten Gutmenschenprofilen der Willkommenskulturträger, in den chirurgisch-kosmetisch genormten Fratzen der Gutmenschenoberschicht, der Medienmacher und Kulturträger, überall dort ist von diesem geheimen Deutschland nichts zu ahnen.
Vielleicht gibt es dieses geheime Deutschland ja noch in den Restbeständen des Volkes in der schweigenden Mehrheit, wenn es denn noch eine Mehrheit ist. Bei jenen vielleicht, die ängstlich und zornig bei PEGIDA-Aufmärschen mitlaufen und fürchten müssen, zu kriminellen Schwachköpfen und faschistoiden Hetzern abgestempelt zu werden. Vielleicht gibt es dieses geheime Deutschland noch bei den potentiellen AfD-Wählern, die zumindest in der Wahlzelle den Mut haben, den herrschenden Zeitgeist dieses neuen Deutschland zu trotzen. Vielleicht, vielleicht …


Der Homo austriacus

23. Oktober 2015

Unzeitgemäße Betrachtungen von Andreas Mölzer

Das Denken in Völkern ist ziemlich aus der Mode gekommen. Und wer es gar noch wagt, von „Rassen“ zu sprechen, läuft vollends Gefahr, nicht nur mit dem herrschenden Zeitgeist, sondern sogar mit dem Strafgesetz in Konflikt zu kommen. Gemäß dem schönen Motto „Menschen samma olle“ darf man tunlichst keine Unterscheidungen mehr treffen und schon gar keine Wertungen. Der Egalitarismus, wie er seit der Französischen Revolution gepredigt wird, triumphiert.

Wurden die Völker noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts als „Gedanken Gottes“ bezeichnet und die Einteilung in Nation gewissermaßen als Höhepunkt der kulturellen Evolution der Menschheit betrachtet, so scheint in unseren Tagen die Globalisierung, bzw. in der alten Welt die Europäisierung, gemeinsam mit den großen Flüchtlingsströmen und den Massentourismus für eine Auflösung der nationalen Identitäten – insbesondere Europa – zu sorgen. Die Ausdifferenzierung der Sprachen der Menschheit in einzelne Nationalsprachen und die Entwicklung territorialer Einheit hinzu Nationalstaaten waren noch vor wenigen Jahren unbestritten die primäre Maxime des kulturellen und politischen Lebens des Spezies Mensch. Begriffe wie „Völkerrecht“ oder auch die „Vereinten Nationen“ erinnern uns daran. Im Gegensatz dazu scheint der heutige Zeitgeist vom Streben nach „One World“, bewohnt von „Weltbürgern“, zu dominieren.

In der wiedergegründeten Republik Österreich war man nach dem Sturz NS-Diktatur und dem Ende des Zeiten Weltkrieges noch bemüht, eine eigenständige, ethnische und kulturelle Nation zu konstituieren. Während sich die Erste Republik als „deutscher Staat“ verstand und die Österreicher sich über alle ideologischen und Parteigrenzen hinweg als Deutsche definierten, wollten man nach 1945 alles sein, nur nicht deutsch. Die „österreichische Nation“ mit „Österreichischem Wörterbuch“ und „Unterrichtssprache“ statt Deutsch in den Schulen, basierend auf einem eigenständigen „österreichischen Volk“, sollte im Gegensatz zum altehrwürdigen Traum von der deutschen Einheit Eigenstaatlichkeit und Unabhängigkeit der Alpenrepublik untermauern. Da gab es zwar Rückgriffe auf die alte Habsburger Monarchie mit dem Hinweis, dass sich diese neue österreichische Nation aus einem multinationalen Völkergemisch entwickelt habe, das mehr oder weniger zufällig Deutsch spricht. Und natürlich konnte man die wirtschaftlichen Verflechtungen mit der neuen Bundesrepublik Deutschland nicht ignorieren und auch die gemeinsame Geschichte nicht völlig verleugnen, es sollte aber partout eben eine eigenständige „österreichische Nation“ sein.

Die Flüchtlingswellen in den ersten Nachkriegsjahren, von denen auch die Zweite Republik betroffen war, passten da eigentlich eher ins Schema. Die Volksdeutschen, die unmittelbar nach 1945 ins Land strömten, waren sprachlich und kulturell ja ohnedies zumeist Altösterreicher. Die Ungarn-Flüchtlinge von 1956 und die tschechischen Flüchtlinge von 1968, ja sogar die bosnischen Flüchtlinge in der Folge der Jugoslawienkriege der 90er Jahre stammten auch aus dem benachbarten, weitgehend altösterreichisch beeinflussten Bereich. Sie waren dazu geeignet, der These von der „österreichischen Nation“ als einem mitteleuropäischen-balkanesischen Mischvolk eher zu stützen. Das Gleiche galt für die vom Balkan kommenden Gastarbeiter, für Kroaten und Serben. Überdies waren und sind diese aufgrund der kulturellen Nähe und der gleichen christlichen Religion relativ leicht in die österreichische Gesellschaft integrierbar.

Dies änderte sich erst mit dem massenhaften Zuzug türkischer Gastarbeiter. Sie stammen bekanntlich aus einem Bereich, der eher die historische Antithese zur Donaumonarchie darstellt, die zwei Türkenbelagerungen Wiens sind eben jeden österreichischen Schulkind ein Begriff. Überdies sind die Türken eben Moslems, was die soziokulturelle Integration nahezu unmöglich macht und zur Bildung von Parallelgesellschaften entscheidend beitrug.

Auch die massenhafte Zuwanderung von Menschen aus anderen Bereichen der Dritten Welt, aus Schwarzafrika, aus Südostasien und aus anderen Bereichen der islamischen Welt war mit dem ideologischen Konstrukt einer eigenständigen österreichischen Nation nicht mehr vereinbar. Gegenwärtige Massenzuwanderungswellen, vorwiegend aber nicht nur aus dem Nahen Osten und aus dem syrischen Bereich, werden wohl zwingend zu einer entsprechenden Verstärkung des islamischen Elements im Lande führen.

Diese Verstärkung wird eine Integration des mohammedanischen Bevölkerungsanteils nahezu unmöglich machen, sondern vielmehr eine starke islamischen Parallelgesellschaft erzwingen. In dieser wird es zwar zweifellos jede Menge von Konfliktlinien und Gegensätzen geben – Schiiten gegen Sunniten, Türken gegen Kurden, Syrer gegen Irakis – insgesamt aber wird es ein islamisches Österreich gegen das autochthone, katholische und protestantische Österreich geben. Das kommt auf uns zu, so sicher wie das Amen im Gebet.

Der Homo austriacus als Träger einen eigenständigen „österreichischen Nation“ wurde also von seinen Erfindern, von den Kräften im Hintergrund der etablierten Parteien, mehr oder minder aufgegeben. Die geistige Globalisierung, die sozioökonomische Europäisierung und die Massenzuwanderung haben die Fiktion einer eigenständigen „österreichischen Nation“ ad absurdum geführt. Diese „österreichische Nation“, die sich stets als Antithese zur deutschen definierte, könnte nur mehr auf den autochthonen Teil der Bevölkerung angewandt werden, der wohl in wenigen Jahren und Jahrzehnten zur ethnischen Minderheit im Land werden wird. Wir allen kennen Apercues: Was uns und die Deutschen trennt, ist die gemeinsame Sprache. In Deutschland ist die Lage ernst, aber nicht hoffnungslos, bei uns ist es umgekehrt, da ist sie hoffnungslos, aber nicht ernst. Die Deutschen, meinen was sie sagen, die Österreicher meinen stets das Gegenteil davon. Der Opportunismus eines „Herrn Karl“ sei für die Piefke schlicht und einfach unverständlich, bei uns sei er eine erprobte Überlebensstrategie und dergleichen mehr.

All das hat ausgedient. Sollte sich jemals nach Generation und womöglich längeren Zeiträumen aus der multiethnischen und multireligiösen Massenzuwanderungsgesellschaft mit ihren verschiedenen Ghettos, Kasten und Konfliktbereichen, die wohl einen latenten Bürgerkrieg darstellen werden, eine neue homogenisierte, einheitliche Gesellschaft – das Wort Volk ist wohl unpassend – herausbilden, so wird es mit der „österreichischen Nation“ der frühen Zweiten Republik wohl kaum mehr was zu tunen haben. Vorläufig aber wird es sich um eine Gesellschaft der Segregation handeln, eben um eine Multi-Konflikt-Gesellschaft mit Ghettos, Kasten und latenter Bürgerkriegsatmosphäre. Die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols und der Kontrolle über die eigenen Grenzen, das Aussetzen der Gültigkeit von Gesetzen deutet klar und deutlich darauf hin. Der Homo austriacus war wohl nicht mehr, als der zu spät gekommene Versuch, Eigenstaatlichkeit und Souveränität der Republik auch ethnisch-kulturell abzusichern. Die Ereignisse haben diesen Versuch überholt.


Es ist noch nicht schlimm genug

15. Oktober 2015

Große Erleichterung beim linken Establishment, Aufatmen in der politisch korrekten Gutmenschenszene: Die Wien-Wahl ist gerade noch einmal gut gegangen. Das alte Schlachtross Michael Häupl hat nur so viel verloren, dass er gerade noch einmal weiterregieren kann. Und die Freiheitlichen haben respektabel dazugewonnen, Erdrutsch allerdings war es keiner. Alles bleibt beim Status quo, die Altparteien dürfen weiterwurschteln, die Willkommenskultur gegenüber zehntausenden, ja hunderttausenden Wirtschaftsmigranten wurde vom Wähler abgesegnet – dieser Tatsache muss man ins Auge schauen.
Aber wann hätte es einen Erdrutsch geben sollen, wenn nicht diesmal? Haben zwei Drittel der Wähler noch immer nicht begriffen, was auf sie zukommt? Offenbar nicht! Die Lage ist scheinbar noch nicht schlimm genug, und die Bürger spüren es noch nicht direkt, was die nunmehr schon über Jahre anhaltende Staatsschuldenkrise und das Asylchaos für sie bringen wird. Nur zum Nachdenken: Die Eurokraten erwägen eine Sondersteuer, getarnt als „Solidaritätsabgabe“ für die Migranten. In Berlin wurden angeblich schon Privathäuser zwangsrequiriert um Migranten unterzubringen. In Italien gibt es angeblich mehrere Dutzend aus Schwarzafrika importierte Fälle von Ebola. Und in Österreich traut sich von Regierungsseite niemand mehr, die wahren Kosten für Unterbringung, für Gesundheitsversorgung, für die schulische Integration der Zuwandererkinder und die Ausbildung der zum größten Teil unterqualifizierten Migranten auch nur zu benennen.
Aber die Lage ist noch nicht schlimm genug: Erst wenn unser Sozialsystem, die Krankenversorgung, das Pensionssystem und all das zusammengebrochen sein wird, erst wenn unsere Pflichtschulen nur mehr die Verwahrungsstätte von Analphabeten sein werden, erst wenn in den muslimischen Parallelgesellschaften Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen Kurden und Türken, zwischen Inder und Pakistani toben wird, erst wenn Frauen, Kinder und Alte nirgendwo auf die Straße gehen können, erst wenn Österreicherinnen ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit massenhaft angepöbelt werden und der Druck, christliche Symbole und christliche Bräuche verschwinden zu lassen, immer größer wird, erst dann wird die Mehrheit der Österreicher wirklich aufwachen und dann wird es zu spät sein.
Der Österreicher ist ein strukturkonservativer Wähler mit einem starken Hang zum Opportunismus, nach dem Motto: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst“. Man glaubt, sich schon irgendwie durchwurschteln zu können, irgendwann aber ist der Spaß zu Ende und der Herr Karl muss den Offenbarungseid leisten.