Eine bleierne Zeit

25. Februar 2010

Der Fasching ist vorbei, und die Berufslustigen haben wieder Pause. Noch dominieren die Olympischen Spiele die Medien und das öffentliche Interesse. Spätestens nach deren Ende jedoch müßte sich die Politik zurückmelden. Tatsächlich hört man nicht viel von den Regierenden. In Österreich scheinen sie alle auf Dauer-Schiurlaub zu sein. In Deutschland sind sie von den sich stets steigernden Umfragetiefs offenbar so schockiert, daß es ihnen die Sprache verschlagen hat. Und quer durch Europa ist ohnedies Tiefschlaf angesagt, so beruhigend wirken Lady Ashton und Herr van Rompuy auf die politische Landschaft.
An sich könnten die Menschen zufrieden sein, denn je weniger sie von der Politik vernehmen, desto besser ist es zumeist. Wenn da nicht Entwicklungen wären, die in aller Stille, nicht kommentiert von den Medien, unbemerkt von der politischen Klasse, ablaufen.

Entwicklungen, die dramatische Auswirkungen auf unser aller Leben haben werden. So gehen etwa die Geburtenraten quer durch Europa weiter zurück, und wenn man nur den Nachwuchs der autochthonen Bevölkerungen heranzieht, ist es überhaupt fürchterlich. Nur die Zuwanderer fetten die Geburtenraten noch ein bißchen auf. Die eingesessenen Völker Europas, allen voran das deutsche, entwickeln sich mit dramatischem Tempo hin zu ihrem Untergang. Nahezu alle werden sie in kaum einer Generation zur Minderheit im eigenen Land geworden sein. Überalterte Bevölkerungsstrukturen, kinderlose Gesellschaften, zerstörte Familien, explodierende Scheidungsraten, frustrierte kinderlose Frauen und desorientierte Väter prägen das Bild. Und die wenigen Kinder, die es gibt, wachsen in dieser neurotisierten Gesellschaft auf, geprägt von Fernsehen und Internet, der allgemeinen rasanten Verblödung ausgesetzt.

Ebensoschleichend, doch ebensodramatisch vollzieht sich weiter die Massenzuwanderung nach Europa. Gewissermaßen als Parallelerscheinung zur Kinderlosigkeit der autochthonen europäischen Völker, füllen Zuwanderer aus allen Teilen der Welt dieses Vakuum und schaffen eine fragmentierte Ghetto- und Konfliktgesellschaft, deren soziale Spannungen, deren kulturelle Disharmonie den latenten Bürgerkrieg in Europas Städten zeitigen muß. Der Dekadenz der europäischen Gesellschaften entspricht auf der anderen Seite der zunehmende Fundamentalismus – insbesondere in religiöser Hinsicht – der Zuwanderergruppe. Der radikale Islamismus bildet dann nur die Spitze des Eisbergs.

Schleichend, still verschwiegen in den Medien, tunlichst ignoriert von den etablierten Politikern, vollziehen sich diese Entwicklungen. Die angepaßten Bürger schlafen oder verschließen politisch korrekt die Augen davor. Gegenbewegungen, die sich natürlicherweise in den verschiedensten Bevölkerungsschichten regen würden, werden durch die Mechanismen des Hedonismus’, der Genußsucht und der Spaßgesellschaft unterdrückt. Brot und Spiele, Unterhaltung der allerseichtesten Art und die Gewährleistung der primitivsten Triebbefriedigung scheinen dafür zu garantieren, daß die breiten Massen diese Entwicklungen widerspruchslos hinnehmen.

Nonkonformistische Kräfte, die sich dagegen wehren oder die Probleme auch nur ansprechen, werden mit der Faschismuskeule niedergeknüppelt und ausgegrenzt. Die etablierte, die regierende Politik ist ebenso hilf- wie sprachlos, und die wahren Probleme werden in dieser bleiernen Zeit nicht einmal angesprochen.