Zu spät und auf halben Wegen

13. November 2015

Zu Hunderttausenden sind sie durch unser Land geströmt, zuerst über Nickelsdorf, jetzt über Spielfeld. Und Zehntausende werden wohl bleiben. Und es war dem Vernehmen nach erst der Anfang, weitere Millionen sind auf Wanderschaft. „Schutzsuchende“, wie die etablierten Wortspender beschönigend sagen, in Wahrheit zumeist Wirtschaftsflüchtlinge und Asyloptimierer. Deutschlands Hartz IV oder Österreichs Mindestsicherung sind den Lagern in der Türkei und im Libanon eben vorzuziehen. Mit dem Familiennachzug werden es letztlich auch in Österreich Hunderttausende werden, die das Gesicht unseres Landes völlig verändern und unsere Sozialsysteme brutal überstrapazieren werden.

Nach dem anfänglichen Gutmenschen-Geschwätz von der „Willkommenskultur“ und dass es sich ja um Menschen handle, nicht um Ausländer – no na – kehrt langsam bei den verantwortlichen Politikern auch hierzulande  Vernunft ein. Zu spät allerdings, das Malheur ist bereits geschehen, der Staatsnotstand ist längst da und die „Zivil-Invasion“ aus dem Nahen Osten ist wohl irreversibel. Wie sollen denn Hunderttausende, die keinen wirklichen Asylgrund haben, aus Mitteleuropa abgeschoben werden – illusorisch.

Wenn die Bundesregierung nunmehr über Grenzsperranlagen diskutiert und sich beim Begriff des „Zauns“ peinlich windet, wenn der steierische Landeshauptmann und seine Vasallen plötzlich die wutentbrannten Heimatschützer spielen, ist es ebenfalls zu spät. Und die Maßnahmen, die sie vorschlagen, enden – wie man das seit Grillparzer weiß – in Österreich  auf halben Wegen. Sie wollen Grenzzäune. Nicht, um die illegalen Zuwanderer abzuhalten, nein, nur um sie zu kontrollieren und zu registrieren. Keiner wagt es, die Wahrheit zu sagen, dass nämlich das Maß längst übervoll ist, dass das Land und die Leute schlicht und einfach überfordert sind und dass die Wohlstandssucher, die sich als „Schutzsuchende“ ausgeben, ihr Glück anderswo, jedenfalls nicht bei uns und insgesamt nicht in Europa, suchen sollen. Dazu reicht der Mut der Regierungspolitik leider nicht.

Stattdessen bleiben sie als Beitragstäter bei der Vertuschung und der Verharmlosung der Katastrophe weiter im Einsatz: Nein, es gibt keinerlei Übergriffe! Nahezu eine halbe Million junger Männer ist da in den letzten Wochen durchs Land gezogen und das sind lauter Heilige. Und natürlich gibt es auch keinerlei Krankheiten, die eingeschleppt werden!

Jene, die wie die österreichischen Freiheitlichen bereits vor Jahr und Tag Grenzkontrollen und Grenzzäune gefordert haben, wurden verhöhnt, verlacht und beschimpft. Dass man heute, zu spät und auf halben Wegen, das Gleiche verlangt, sollte den Verantwortlichen eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben. Aber Genierer haben sie ja keinen – die da oben. Und wir da unten werden es ausbaden müssen. Wir importieren die Probleme des Nahen Ostens in unsere Heimat. Es klingt übertrieben, wenn man sagt, Styria wird Syria. Tatsächlich aber, wissen wir nicht, was noch alles auf uns zukommt. Nichts Gutes jedenfalls.