Das Abendland geht doch unter

23. März 2016

Ein Lamento

Seit gut einem Jahrhundert geht das Abendland unter. Und das nicht erst, seit Oswald Spengler dies geschichtsmorphologisch diagnostizierte. Vielleicht hat dieser Untergang ja bereits 1789 mit dem Sturm auf die Bastille begonnen, oder vielleicht ganz konkret 1806, als Franz Habsburg-Lothringen die Krone des alten Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in der Assignatenkammer der Geschichte entsorgte oder doch erst, als 1918 die europäischen Kaiserreiche und ihr osmanischer Antipode zertrümmert wurden? Oder nach dem Ende des Dreißigjährigen europäischen Bürgerkrieges, der zwischen 1914 und 1945 gewütet hatte und letztlich mit der bipolaren Herrschaft zweier raumfremder Mächte, nämlich der US-Amerikaner und der Sowjets, endete?

Wie auch immer, das Abendland geht jedenfalls unter! Und das alternativlos und mit bemerkenswerter Konsequenz und von Jahr zu Jahr immer geschwinder. In unserer Ägide nun also durch die Landnahme der Elenden aus dem Nahen Osten aus Afrika und anderen Teilen der Dritten Welt. Und zu diesem Untergang gehören nicht nur die eindringenden Barbaren, dazu gehören natürlich auch die Kapitulanten aus dem eigenen Gesellschaftsgefüge. Und jene, die die herrlichsten Güter der eigenen Kultur für die Befriedigung ihrer Eitelkeiten oder eine Handvoll Silberlinge preiszugeben bereit sind.
Das christliche Abendland als solches ist längst untergegangen. Jesus Christus, der Nazarener, hat Europa längst verlassen. Zuletzt hatte man ihn noch in Kroatien und in Polen gesichtet, bevor er ein Billig- Flugticket nach Lateinamerika – oder war es doch Schwarzafrika – gelöst hat. Und seine mutmaßlichen Stadthalter, der Weise aus Regensburg und der Wirre aus Buenos Aires ebenso wie auch der Wiener Purpurträger aus reichsgräflichem Hause, sie haben dieses Abendland längst preisgegeben. Was sollen sie sich gegen die tanzenden Derwische der Islamisierung zur Wehr setzten, wenn es längst nicht mehr um einen christlichen Kontinent, sondern allenfalls um einen agnostischen, einen glaubenslosen geht? Dass im Vatikan seit dem unfehlbaren neunten Pius nur mehr Pontifex-Darsteller residieren, mag übertrieben sein, Tatsache ist allerdings, dass sie alle das alte christliche Abendland mehr oder minder kampflos preisgegeben haben.
Wenn das Christentum aber weicht, was bleibt dann noch vom Abendland? Das Denken der ionischen Naturphilosophen, das geistige Erbe des Sokrates, des Platon und des Aristoteles, wer trägt es noch? Und die strenge Prinzipientreue des Römischen Rechts, wo ist sein höherer Zweck? Dort, wo die Ratio endet, nur mehr der Glaube hilft? Und den germanisch-deutschenTraum von der Freiheit, welchen Sinn ergäbe er ohne die Bindung in christlicher Nächstenliebe? Da bleibt uns nur mehr die Trostlosigkeit, wie sie die Aufklärung durch den Gottesmord verursacht hat. Und ein Kulturpessimismus, der nicht die Kraft hat, das Eigene zu verteidigen. Da sind dann die gotischen Dome des Abendlandes nur mehr steinerne Versatzstücke und die gregorianischen Choräle nur mehr das hohle Echo längst verklungener theologischer Kastraten-Chöre.
Das Christentum war aber auf der Basis der griechischen Philosophie, des römischen Rechts und der germanisch-deutschen Freiheit die Seele diesesAbendlandes. Als man mit Friedrich Nietzsche zu erkennen meinte, dass Gott tot sei, hat man diesem Abendland damit eben jene Seele geraubt und das, wovon im EU-Sonntagsreden groß getönt werden, jene angeblichen europäischen Werte der Egalität und Liberté, bedeuten verglichen damit doch nur Gleichmacherei und individualistische Libertinage.
Als der Nazarener vom Kreuz gestiegen war und wegen des Verrats seiner Jünger die Gefilde des Abendlandes verlassen hat, hatte er Platz gemacht für die Götzen der neuen Ersatzreligionen. Politisch korrekte Heuchler, Wachstumsfetischisten im Solde der multinationalen Konzerne, Pseudodemokraten, die doch nur Repräsentanten jener zur Ochlokratie zur Lumpenherrschaft verkommenen Oligarchie sind, die in den politischen Parteien herrscht. Sie sind es, die das neue Europa nach dem Untergang des Abendlandes repräsentieren.
Aus der von mancher Seite heftig erhofften Re-Christianisierung Europas ist indessen auch nichts geworden. Religiosität käme allenfalls durch einen ebenso offensiven wie fundamentalistischen Islam zurück in europäische Breiten. Und abendländische Gesittung in Form von christlich fundierter Spiritualität ist längst nicht mehr als eine blasse Erinnerung.

Der Untergang des Abendlandes

Prophetische Worte von Oswald Spengler

„Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte“ ist das 1922 erschienene kulturphilosophische Hauptwerk von Oswald Spengler (1880–1936). Er vergleicht darin das europäisch-nordamerikanische Abendland unter kulturmorphologischen Gesichtspunkten mit sieben anderen Hochkulturen und prognostiziert für die Zukunft dessen Untergang. Hier einige Zitate Spenglers, die sich als prophetisch erweisen:
„Alles Gewordene ist vergänglich. Vergänglich sind nicht nur Völker, Sprachen, Rassen, Kulturen. Es wird in wenigen Jahrhunderten keine westeuropäische Kultur, keinen Deutschen, Engländer, Franzosen mehr geben, wie es zur Zeit Justinians keinen Römer mehr gab. Nicht die Folge menschlicher Generationen war erloschen; die innere Form eines Volkes, die eine Anzahl von ihnen zu einheitlicher Gebärde zusammengefaßt hatte, war nicht mehr da.“
„Die Bücherwelt mit ihrem Reichtum an Gesichtspunkten, die das Denken zur Auswahl und Kritik nötigte, ist nur noch für enge Kreise ein wirklicher Besitz.“
„Die Diktatur des Geldes schreitet vor und nähert sich einem natürlichen Höhepunkt, in der faustischen wie in jeder andern Zivilisation. Und nun geschieht etwas, das nur begreifen kann, wer in das Wesen des Geldes eingedrungen ist. Wäre es etwas Greifbares, so wäre sein Dasein ewig; da es eine Form des Denkens ist, so erlischt es, sobald es die Wirtschaftswelt zu Ende gedacht hat, und zwar aus Mangel an Stoff.“
„Der ethische Sozialismus ist – trotz seiner Vordergrundillusionen – kein System des Mitleids, der Humanität, des Friedens und der Fürsorge, sondern der Wille zur Macht!“
„Handle so, als ob die Maxime deines Handelns durch deinen Willen zum allgemeinen Gesetz werden sollte. Und diese tyrannische Tendenz ist selbst den flachsten Erscheinungen der Zeit nicht fremd.“


Türkeibeitritt wäre Bedrohung für christlich-abendländische Kultur Europas

7. April 2010

Frankreich Präsident Nicolas Sarkozy könnte anläßlich des heutigen Besuches des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Paris zeigen, daß seine wiederholt geäußerte Kritik am EU-Beitritt der Türkei mehr ist als nur eine Beruhigungspille für die zu Recht besorgten Europäer. Obwohl die Beitrittsverhandlungen mit Ankara nun schon seit bald fünf Jahren dauern, hat sich in der Türkei in den für die EU so wichtigen Bereichen der Menschenrechte und des Minderheitenschutzen so gut wie nichts zum Besseren gewendet, weshalb die Beitrittsverhandlungen unverzüglich abzubrechen sind.

Gestern hatte Erdogan in Sarajewo ja gemeint, daß sich die EU im Falle einer Ablehnung der türkischen Mitgliedschaft entscheiden würde, ein Christenklub sein zu wollen. Wenn Erdogan die europäische Kultur mit der türkischen ‚impfen’ will, wie er kürzlich auch angemerkt hatte, dann geht es um die Frage, ob Brüssel bereit ist, die kulturhistorische Prägung Europas zu bewahren oder eben nicht. Und wenn Europa weiterhin ein Teil des christlichen Abendlandes bleiben soll, dann ist der EU-Beitritt der Türkei, die in den Traditionen des islamischen Abendlandes verhaftet ist, entschieden abzulehnen.

Insgesamt sind nun die EU-Granden wie Sarkozy aufgefordert, gegenüber der Türkei Ehrlichkeit walten zu lassen und mit Erdogan Klartext zu sprechen. Die Beitrittsverhandlungen sind abzubrechen und statt dessen Gespräche über eine privilegierte Partnerschaft aufzunehmen, weil die Türkei als Nachbar Europas einen wichtigen Stellenwert hat.