Wir Virologen – Der Lockdown als Realsatire

Seit Jahr und Tag sind wir alle nunmehr vertraut mit dem einzigen und wahren Feind der Menschheit, dem Coronavirus. Anfangs im vergangenen Spätwinter, waren es nur die wissenschaftlichen Fachleute, die Virologen, die Epidemiologen, die Experten für öffentliche Gesundheit und die Vertreter ähnlicher Wissenschaftszweige, die Bescheid wußten. Indessen allerdings weiß Hinz und Kunz, wie es um das Virus steht. Wir kennen all seine Mutationen, die südafrikanische Variante, die britische Variante, wir wissen über die Virenlast Bescheid, die uns gefährdet, kennen die Zahl der Antikörper, die man benötigt, um immun zu sein, wir differenzieren ganz professionell zwischen PCR-Tests, Antigen-Tests und Antikörpertests. Und selbstverständlich wissen wir auch Bescheid über die verschiedenen Impfstoffe, auch deren Erzeuger, die Pharmakonzerne Pfizer-BioNTech, AstraZeneca bis hin zu Johnson & Johnson und Moderna, Sputnik und den chinesischen Mao Tse-tung-Impfstoff. Und selbstverständlich wissen wir auch über die verschiedenen Wirkungsweisen dieser Impfungen.
Wir Virologen wissen Bescheid. Und auf allen Fernseh- und Radiostationen, auf allen Stammtischen des Landes, in den Straßenmeistereien genauso wie in der Akademie der Wissenschaften, gibt es nur ein Thema, das Virus. Virologe ist somit zum Beruf, ja zur Berufung für die ganze Bevölkerung geworden.
Und mit Ausnahme der Coronaleugner, jener Ignoranten, Rechtsextremisten, Reichsbürger, Staatsgefährder und Soziopathen, sind wir alle als Experten für das Virus natürlich auch mit gehörigem Respekt, ja mit entsprechender Angst vor demselben erfüllt. Angefangen von den habilitierten Vertretern der hohen Wissenschaft, die uns tagtäglich in den Medien, Fernseh- und Radiostationen, die Alternativlosigkeit des Lockdowns erklären, dass wir Virologen – auch jene mit Hauptschulabschluss – wissen, dass die Inzidenz, die Infektionszahlen, die Anzahl der Hospitalisierungen und jene der belegten Intensivbetten zu hoch ist. Zu hoch um auch nur ansatzweise in das Leben zuvor, vor Corona, zurückzukehren.
Und wir wissen natürlich, dass wir uns spätestens nach dem morgendlichen Aufstehen aus dem eigenen Bett zu maskieren haben, dass wir beim Betreten irgendwelcher Geschäfte einen Umkreis von 20 m2 um die eigene Person freizuhalten haben, dass wir uns mit maximal zwei Erwachsenen aus nur einem zweiten Haushalt privat treffen dürfen, dass wir im Auto gegenüber den Mitfahrenden ebenso Maske zu tragen haben und tunlichst von 20 Uhr bis sechs Uhr zu Hause bleiben müssen.
An Kaffeehäuser, Restaurants und Auslandsreisen, all das Missstände aus vergangenen Zeiten, haben wir uns gefälligst gar nicht mehr zu erinnern und das einstige Gerede vom „grenzen­losen Europa“ haben wir gefälligst auch zu vergessen.
In unsere schönen neuen Welt haben wir nach den Verkündigungen des Innenminister, wonach Coronasünder mit drakonischen Strafen zur rechnen hätten, beifällig zu nicken, dem Gesundheitsminister pflichtschuldigst zuzustimmen, wenn er sagt, dass die nächste Woche die ausschlaggebendste des Jahrhunderts sein werde und dem gottgleichen juvenilen Kanzler, der über all dem steht, abgöttisch zu lieben. Besonders wichtig ist natürlich, voller Abscheu auf alle unbelehrbaren „Covidioten“ zu blicken, die es wagen, auf den Straßen und Plätzen des Landes gegen die weisen Maßnahmen der Regierung zu protestieren.
Wir Virologen wissen natürlich, dass bei einer Wohnbevölkerung von nahezu neun Millionen Menschen zwischen Bodensee und Neusiedler See etwa 14.000 Infizierte, wovon knapp zehn Prozent krank sind und der Spitalsbehandlung bedürfen, und kaum 300 belegten Intensivbetten das rot-weiß-rote Gesundheitssystem zusammenzubrechen droht. Und wir Virologen wissen natürlich auch, dass irgendwelche gefährliche Mutationen des Coronavirus mit Sicherheit auf uns zukommen: die kongolesische Mutation, die tasmanische und die turkmenische. Deswegen müssen wir das Land im Dauerlockdown halten. Was kümmert es uns, dass dieser Lockdown pro Woche etwa 1,7 Milliarden Euro kostet, dass die Arbeitslosenzahlen ungebremst auf etwa zehn Prozent der Wohnbevölkerung hinaufschnellen könnten, dass die Explosion der Staatsschulden bald einen De-facto-Staatsbankrott nach sich ziehen könnten.
Was kümmert uns die psychische Belastung unserer Kinder durch Kontaktverbot mit Gleichaltrigen, was kümmert uns das einsame Sterben unserer Greise in den Pflegeheimen.
Wir Virologen müssen über all das kaltlächelnd hinweggehen. Das gehört zu unserer neuen Normalität.

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