Hexenjagd

Unter dem Schlachtruf „#meetoo“ findet derzeit im Netz weltweit tatsächlich so etwas wie eine Hexenjagd statt. In einer wahrhaften Hysterie werden da zahllose Beschuldigungen auf sexuelle Belästigung, sexuellen Missbrauch erhoben. Beschuldigung, die zum guten Teil durchaus berechtigt sein mögen, die darüber hinaus aber skurrile Blüten treiben. Skurril, weil sie zum Teil über Jahrzehnte zurückreichen und zum Teil harmlose Bemerkungen, Komplimente, misslungene Scherze und dergleichen kriminalisieren. Eine neue Prüderie, die dem Diktat der Political Correctness entspringt, treibt hier groteske Blüten, befeuert von geradezu faschistoidem Feminismus und ganz realer Verachtung der Natur des Menschen.
Nun kann es für tatsächliche sexuelle Gewalt, insbesondere für den diesbezüglichen Missbrauch von Autoritätsverhältnissen, keine Toleranz geben. Gerade diese Hexenjagd aber verwischt die Grenzen und läuft damit Gefahr, den tatsächlichen Missbrauch zu verharmlosen. Wirkliche Gewalttäter und Machthaber mit Allmachtsanspruch vermögen sich solcherart hinter der Lächerlichkeit der zahllosen übertriebenen Anschuldigungen zu verbergen. Und wo sind die Grenzen? Peter Pilz hat seine Assistentin im grünen Nationalratsklub angeblich mit satten vierzig sexuellen Übergriffen belästigt und insultiert. Der langjährige grüne Klubobmann Alexander Van der Bellen hat seine vormalige Lebensgefährtin unmittelbar vor dem Präsidentschaftswahlkampf doch noch geheiratet, er hat also seine Ehefrau aus dem weiblichen Personal des grünen Nationalratsklubs gewählt. Ein Autoritätsverhältnis gab es wohl auch zwischen dem nunmehrigen Bundespräsidenten und der heutigen First Lady, als sie sich kennenlernten. Was ist also tatsächlicher Missbrauch und was ist Hysterie und Diffamierung? Und wie sollen beide Arten von Menschen – nämlich Männer und Frauen – einander näherkommen ohne jenes Maß an erotischer Spannung, das heute von den einen bereits als sexuelle Belästigung und von den anderen – der schweigenden Mehrheit, die sich wohl kaum zu äußern wagt – als unverzichtbare Würze ihres Lebens als geschlechtliches Wesen betrachtet wird?
Ironisch könnte man anmerken, die Menschheit hat sich diese Erde nur Untertan gemacht und durch zahllose gegenseitige sexuelle Belästigungen auf eine Population von sieben Milliarden Individuen vermehrt. Und wenn es so weiter geht, werden Sex und Erotik genauso tabuisiert wie gegenwärtig der Tabakkonsum. Bleiben dann nur mehr die In-Vitro-Fertilisation und der Zölibat? Doch Zynismus beiseite, die pragmatische Vernunft der menschlichen Normalität wird hoffentlich auch diese Hexenjagd beenden.

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3 Responses to Hexenjagd

  1. Waltraut Kupf sagt:

    Diese Massenhysterie ist unbeschreiblich lächerlich, insoferne nämlich, als offenbar kaum ein Unterschied gemacht wird zwischen der Anrede „Schatzi“ und einer Vergewaltigung. Daß die Grünen Pilz eins auswischen wollten, ist sonnenklar. Das Timing läßt keinen anderen Schluß zu. Es fällt aber vor allem auf, daß die Causa Chorherr jählings aus den Medien verschwunden ist, zeitgleich mit dem Auftauchen der Causa Pilz. Pilz ist (wie auch Zinggl und einige andere) für die Erhaltung des Weltkulturerbes Wien eingetreten, wobei Pilz in seiner Eigenschaft als Aufdecker auch dazu Recherchen ankündigte. Auch betrachteten Vassilakou & Co. sein mögliches Antreten in Wien als ernste Bedrohung. Da mußte man die Wüstlingskeule aus dem Sack ziehen. Es ist damit zu rechnen, daß der Erfolg der Grünen auch auf Landesebene ein endenwollender sein wird.

    • Andi sagt:

      Einer radikalfeministischen Einheitsfront ist es hier gelungen „sexuelle Belästigung“ im gesellschaftlichen Kontext wesentlich weiter zu fassen als die geltende strafgesetzliche Bestimmung im § 218 StGB und soziale Hinrichtung als Sanktion vorzusehen. Der Straftatbestand, welche lediglich ein Vergehen darstellt, wurde im Vorjahr novelliert und die geschützte Spähre(trotz Kritik dutzender Strafrechtsexperten) auf Gesäß und Oberschenkenkel ausgeweitet. Von verbalen Anzüglichkeiten kann aber noch immer keine Rede sein. Bestimmte gesellschaftliche Gruppierungen sollten daher trotz emotionaler Aufgeladenheit und Hysterie wieder auf dem Planeten Erde ankommen.

  2. wbeier sagt:

    Nur die Zündung der nächsten Stufe der westlichen Dekadenz-Rakete als akkordierte Kampagne zur Zerstörung jeglicher Identitäten, bis nur mehr atomisierte geschlechtslose Androiden übrig bleiben. Frankfurter Schule konsequent weitergebracht. Spontan was mir noch so dazu einfällt: Mozarts Opern „Figaro“, „Cosi fan tutte“, „Don Giovanni“, thematisieren alle die skandalöse Normalität sexueller Belästigung. Insbesondere dieser Don Giovanni: Abschaffen, verbieten und einsperren!!! Das nur so am Rande zu #metoo ………
    Und weil der Herr Pilz bzw dessen (Selbst-) Abservierung angesprochen wurde: Da ist zumindest auffällig, wie man blitzschnell vom Liebling der Medien zur fallengelassenen Kartoffel wird. Wirkt #metoo so nachhaltig? Kann das unsere provinzielle grüne Possenreißer-Truppe bewirken?
    Oder vielleicht doch ein geordneter, bzw dringend „nahegelegter“ Rückzug aus bestimmten Ausschüssen? Siehe auch den nahezu synchronen bundespolitischen Abgang des künftigen Landespolitikers Doskozil! Manche Branchen lassen sich eben nicht gerne in die Suppe spucken und manche ertrinken dann eben in Badewannen oder erschiessen sich im eigenen Jagdrevier.

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