Weicheier, Warmduscher, Sitzpinkler

Über die Dekadenz und ihre Dogmen – Ein Lamento

Nur noch selten wird in unseren Tagen der sattsam bekannte Nietzsche-Sager „Was uns nicht umbringt, macht uns härter“ zitiert. In Zeiten, in denen in den westlichen Gesellschaften Männer immer metrosexueller, Frauen immer androgyner und Kinder immer verweichlichter werden, in diesen Zeiten gilt Härte als etwas absolut Abzulehnendes, ja geradezu Perverses.
Die Tatsache, dass Schmerz, dass Leid und der Tod zum menschlichem Leben gehören, und dass das Überleben nur mit Mühe und Plage erreicht werden kann, diese Tatsache wird in unseren dekadenten Gesellschaften ausgeblendet. Dass seit der Französischen Revolution und dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg im Verfassungsrang stehende Recht des Menschen auf Glück wird im Zuge dieser Entwicklung insofern pervertiert, als damit die Vermeidung jeglichen Leids verbunden wird. Und absolute Schmerzfreiheit, selbst im Falle tödlicher Krankheiten, ist ja i den westlich-dekadenten Gesellschaften auch schon zu einer Art Bürgerrecht erhoben worden. Und Arbeitsleid durch schwere körperliche Arbeit oder enorme psychische Anstrengung soll auch tunlichst vermieden werden.
Der Anspruch, etwa „im Fall des Falles“ fürs Vaterland sterben zu müssen, der durch die Wehrpflicht bislang gegeben war, wurde hierzulande auch längst so relativiert, dass es allgemein anerkannt als gleichwertiger Ersatz gilt, fürs Vaterland im Form des Zivildienstes Windeln zu wechseln (wobei Pflegedienst durchaus ehrbar und auch anstrengend ist).
Und wenn dann die Soldaten irgendeiner westlichen Demokratie irgendwo auf diesem Planeten in Kriegshandlungen verwickelt werden – selbstverständlich nur zur Friedenssicherung – dann haben sie danach gefälligst an posttraumatischen, psychischen Erkrankungen zu leiden und das Recht auf psychiatrische Behandlung einzufordern. Jene Millionen Soldaten, die in zwei Weltkriegen zu dienen und das Glück hatten, diese zu überleben, litten seltsamerweise nicht an derlei Zuständen. Sie waren vielleicht Invaliden, waren möglicherweise verbittert und litten unter Alpträumen und schrecklichen Erinnerungen, aber damit hatten sie halt fertig zu werden. Heute ist dies Arbeitsbeschaffung für ein Heer von Psychotherapeuten und Psychologen. Im Falle von Arbeitsleid, von großem Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz, von starker Belastung, ist dann die Flucht ins Burnout-Syndrom geradezu Pflicht. Ein Reaktionär, wer dies nicht wahrnimmt. Genauso, wie im Falle schwerer körperlicher Arbeit mittels „Hacklerregelung“ und Frühpension die Flucht aus solchem Leid ermöglicht wird. Zustände wie früher im bäuerlichen Leben, wo der Alt-Bauer zwar ins Ausgedinge zog, aber bis zu seinem letzten Atemzug unvermindert am Hof mitarbeitete, solche Zustände sind heute geradezu undenkbar.
Und was die Befreiung von jeglichem physischen Schmerz betrifft, so beginnt dies ja bereits bei der Geburt des Menschen: Still und leise hat sich in den vergangen Jahren nämlich die Tendenz herausgebildet, Babys mittels Kaiserschnitt zu gebären und das in zahllosen Fällen, bei denen es medizinisch keineswegs unbedingt notwendig wäre. Die Ärzte verdienen, die Frauen ersparen sich den Geburtsschmerz, und für die neuen Erdenbürger gilt die tragische Gesetzlichkeit, dass der Mensch in Schmerzen geboren wird, eben nicht mehr. Welche psychischen Folgen das Fehlen des „normalen“ Geburtsvorganges für Mutter  und Kind auf Dauerhaben, ist längst nicht erforscht. Die Vermeidung von Leid oder gar Schmerz ist natürlich auch im weiteren Lebensweg des Kindes eine der obersten Maximen.
Körperliche Bestrafung, beginnend vom Klaps auf den Popo über die „gesunde Watschen“ bis hin zum „Übers-Knie-Legen“ gilt längst als Schwerverbrechen, das im dramatischsten Falle mit dem Entzug der Erziehungsberechtigung enden kann. In dieser Tonart geht es im zeitgemäßen menschlichen Leben weiter, da die hedonistische Lebenseinstellung jegliche Qual, jegliches Leid auszuschließen bemüht ist. Eine Ausnahme sind vielleicht Spitzensportler, die sich durch hartes Training quälen müssen. Aber auch dort gibt es die Tendenz, durch pharmakologische Winkelzüge diese Qual zu verringern beziehungsweise ihr Ergebnis entsprechend zu optimieren. Dazu kommt, dass unsere Kinder überbehütet und allzu sehr umsorgt werden. Eine übertriebene Hygiene und die Vermeidung jeglicher Berührung mit Schmutz oder dergleichen sollen zwar das Leid durch Krankheiten und Infektionen vermeiden, führen aber nur zu Allergien und geschwächtem Immunsystem. Auch das ist als physiologischer Bestandteil einer dekadenten Gesellschaft zu werten.
Letztlich ist es der Hedonismus, gepaart mit den Auswüchsen der Political Correctness, was eine verweichlichte und absolut dekadente Gesellschaft nach sich zieht. Opferbereitschaft und Heldenmut gelten als lächerlich, Leidensfähigkeit und mühevolle Arbeitsbereitschaft erscheinen unsinnig. Menschliche Tragödien gibt es allenfalls noch in der Oper. Stattdessen ist die Trivialität einer allgemeinen Wohlfühlgesellschaft zur Maxime der Durchschnittsexistenz geworden.
Das böse, proletoide Wort von den „Weicheiern, Warmduschern und Sitzpinklern“ zeichnet also ein absolut zutreffendes Bild unserer Lebensweise in der dekadenten Gesellschaft: Jede Härte, jeden Schmerz, jedes Leid, jegliche Konfrontation mit den Härten und der Unbill des Lebens und dieser Welt vermeidend, im geradezu obsessiven Bedürfnis nach absoluter Hygiene und politisch korrekt, leben wir im Glashaus der Dekadenz.
Wenn dann aus anderen Teilen der Welt Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen junge Männer, getrieben vom Krieg, Bürgerkrieg, Naturkatastrophen oder auch nur wirtschaftlichem Elend nach Europa kommen und in diese dekadente Gesellschaft eindringen, dann finden sie eine Art der Wehrlosigkeit und der Schwäche vor, die für sie geradezu herausfordernd sein muss. Menschen, die durch Gewaltbereitschaft, Krieg und Terror geprägt sind, dazu noch aufgestachelt von einer militanten Religion, wie sie der Islam nun einmal darstellt, finden sie hier Gastländer vor, deren Gesellschaft kinderlos, überaltert und eben dekadent ist. Durch die Dogmen der Political Correctness werden diese westlichen Gastgesellschaften noch dazu in einer Art und Weise konditioniert, dass man mittels Willkommenskultur diese Menschen auch noch freudig aufnimmt.
Diese Willkommenskultur und die Bereitschaft, sich gegenüber den Zuwanderern zu integrieren statt umgekehrt, führt zu einer weiteren Schwächung der westlichen Zivilisationen. Während die Zuwanderer bereit sind, ihren Existenzkampf ohne Rücksicht auf die Political Correctness, auf geltende Gesetze, auf Moral und Ethik auszufechten, um sich einen Platz an der Sonne zu erkämpfen, während diese Zuwanderer zwar durchaus auch mit Gewalt bereit sind, sich das zu nehmen, von dem sie annehmen, dass es ihnen zusteht, treffen sie in den Gastländern auf Menschen, die es verlernt haben, sich zu wehren, die es verlernt haben, ihre Sicherheit notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen.
Weicheier, Warmduscher und Sitzpinkler sind nicht in der Lage, junge Männer, die aus Kriegs- und Bürgerkriegsländern kommen, die von Islam militant indoktriniert werden, abzuwehren bzw. Übergriffe derselben zu verhindern. Wenn wir in Zukunft in den dekadenten westlichen Gesellschaften bürgerkriegsähnliche Zustände bekommen, so wohl kaum zwischen Zuwanderern und autochthoner Bevölkerung, eher schon zwischen den unterschiedlichen Zuwanderergruppen und den unterschiedlichen Parallelkulturen. Hier wird es eher Kurden gegen Türken heißen oder Sunniten gegen Schiiten und keineswegs Zuwanderer gegen Ansässige. Dies deshalb, da die autochthone Bevölkerung eben schon viel zu schwach und dekadent ist, um sich zu erwehren. Schöne neue Welt!

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4 Responses to Weicheier, Warmduscher, Sitzpinkler

  1. Olleresbacher sagt:

    Interessant, daß es hier keine Kommentare gibt,
    Wahrscheinlich sprechen Sie allen aus dem Herzen!

  2. wbeier sagt:

    Die Verringerung des Arbeits- und anderer Leiden sehe ich positiv und keinesfalls als Ausdruck fortschreitender Dekadenz. Das Hohelied vom ausgemergelten und bis zum Grabe schuftenden Arbeitsmann hört sich ein wenig nach privilegiertem Glashaus und Steine auf „die da draußen“ werfen an. Pardon, Herr Mölzer, aber als Teil des weiteren Gedankenstranges wenig nützlich und umschifft elegant das Thema des epidemisch vor Jahrzehnten implementierten Kulturmarxismus. Schon in den späten 60er-Jahren wurde ich von friedensbewegten Pfaffen und Lehrern mehr im Sinne von Marcuse als Jesus indoktriniert bis schlussendlich dieses Lebensgefühl des „new age“ aus allen Poren der Gesellschaft drang. Galt diese Verformung einer ganzen Generation doch als fortschrittlich, modern und als endgültige Überwindung des deutschen Schuldtraumas. „Imagine“ von John Lennon war der Song dieser Generation, deren Kinder und Kindeskinder heute das kulturmarxistische Destillat in seiner globalistisch – neoprogressiven Erweiterung perfektionieren.
    Wehrbereitschaft und Fähigkeit? Lächerlich, denn wofür? Gibt es in dieser verfallenden Gesellschaft einen tragfähigen Nucleus um den es gemeinschaftlich zu kämpfen lohnt? Oder andersrum: Nicht grundlos waren im Mittelalter Hörige vom Kriegsdienst befreit, zumal vernünftigerweise niemand von diesen eine besondere Loyalität zu Oligarchien und herrschenden Systemen erwartete.
    Daher lässt sich nach Besichtigung des Trümmerfeldes tatsächlich konstatieren: Dem orientalischen Ansturm sind wir nicht gewachsen, aber als künftiges Schlachtfeld verschiedenster Kombattanten taugt Europa allemal. Für uns bleiben – sollte sich nicht radikal etwas ändern – wohl nur die drei großen evolutionären „A“ übrig: Auswandern, Anpassen oder Aussterben.

  3. tschesn sagt:

    „Ein Volk, das seine Waffen niederlegt, wird bald die Waffen andrer tragen.“ So stand es über dem Eingang zu meinem Kompanie Gebäude. Und wenn ich immer wieder lesen muss, es sei ohnehin bereits zu spät, an den heutigen Verhältnissen noch etwas andern zu können, so sage ich, dass ich lieber sterbe, als dass ich dieses schöne Land Österreich, das mir Heimat war und ist, widerstandslos der Zerstörung anheim fallen lasse. Ich möchte am Ende meines Lebens das Gefühl haben, in einem Land gelebt zu haben, das wirklich ein schönes, vom Fleiß der Einheimischen wohl gestaltetes und liebevoll behütetes Fleckchen Erde ist.

  4. Byronic hero sagt:

    Dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, ist evident. Auch, dass Verhätschelung und klinische Reinheit einer gesunden Entwicklung, die darauf abzielt, den Härten des Lebens zu widerstehen, sehr abträglich ist. Trotzdem darf man das erforderliche Maß nicht aus den Augen verlieren. Es kann nicht Sinn und Zweck des Lebens sein, möglichst viel Leid und Schmerz zu ertragen. Ein Bauer, der sein Leben lang geschuftet hat, sollte seinen Lebensabend nicht mit unerträglichen Rückenschmerzen zubringen müssen. Mal abgesehen davon, dass er produktiver ist, wenn er auf dem Traktor sitzt, als dass er seinen Ochsen antreibt, und er den Mähdrescher benutzt, statt zur Sense zu greifen. Der Mensch hat seine Grenzen und ich weiß wovon ich spreche, bin ich vor einigen Jahren aufgrund von Überarbeitung selbst in den Burn-out gerutscht. Und gegen den hilft schlichtes Sich-Zusammenreissen nicht mehr, mit aller Willenskraft und Härte kommt man dagegen nicht an. Wenn die Batterie leer ist, ist sie leer. Punkt. Der Mensch benötigt sowohl körperliche Erholung, gleichwohl sein Geist Möglichkeiten braucht sich zu zerstreuen.

    Problematisch wird es allerdings dann, und hier ist Herrn Mölzer recht zu geben, wenn aus dem Wohlfühlen politisches Programm wird. Wenn Menschen mittels Indoktrination und Nannysozialismus Leistungsbereitschaft, das Wissen um den Nutzen des Fleißes sowie um die eigene Kultur und Identität langsam aber sicher aberzogen wird, unter Androhung drakonischer Strafen soziologischer Natur (Ausgrenzung), sollte man dagegen aufbegehren.

    Die „Rechtspopulisten“, die den Leistungsgedanken noch in sich tragen, stehen womöglich (teilweise) bildlich für den Schmerz, den man aus dem menschlichen Leben vollends auszumerzen hofft. Damit ist auch der zwischenmenschliche Schmerz gemeint, der immer dann auftritt, wenn man in Konflikt mit anderen gerät. Frei nach dem Motto: „Wenn ich gleich aufgebe, braucht der andere mich gar nicht erst zu schlagen.“ Der Islam ist in kulturelle Rivalität zu uns getreten, wir hingegen wehren uns deswegen nicht gegen ihn, weil dieses Sich-Wehren Schmerz erzeugt, den Schmerz des Konfliktes. Die Moslems können ihn ertragen, unsereins längst nicht mehr. Zu sehr stört er beim Wohlfühlen und Chillen, zu dünn und löchrig ist unser Harnisch mittlerweile. Mal abgesehen davon, dass man auf dem Hochsitz kultureller und moralischer Überlegenheit solche Auseinandersetzungen ohnehin nicht mehr nötig hat. Kampf gegen Rechts ist Kampf gegen Schmerz, den führt man daher noch, Terroranschläge und Überfremdung hingegen tangieren nur mehr jene Zonen, die durch o. a. politisches Handeln längst taub und gefühllos geworden sind.

    Auch hier bietet sich wieder der goldene Mittelweg an: Kein zuviel an Schmerz, damit das Leben noch lebenswert bleibt, aber auch kein zuwenig, damit man überhaupt so etwas wie ein „Leben“, was Grundversorgung, Sinnstiftung durch Arbeit, Schaffung von Kunst, Pflege der Kultur u.w.m. aber auch die Abwehr von Bedrohungen miteinschließt und was alles oft mit Mühe und Schmerzen, geistig wie körperlich, verbunden ist, haben kann.

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