Menetekel für die politische Klasse

Was bedeutet Trumps Triumph?

Die erste und schwerste Todsünde gegen den Geist der Political Correctness ist echter oder nur angeblicher Rassismus, dessen schwerwiegendste Varianten bestehen aus Antisemitismus, der Xenophobie und ähnlichen Verhaltensweisen. Die zweite Todsünde gegen den Geist der Political Correctness ist Sexismus. Und sexistisch sind natürlich nicht nur Machos und Gegner des Feminismus, sondern jedermann, der sich gegen die neue Genderideologie wendet. Die dritte Todsünde gegen den Geist der Political Correctness ist Nationalismus. Bereits Heimatverbundenheit steht im Geruch chauvinistischem, völkischem Denkens und wird – wenn schon nicht verfolgt – so zumindest der Lächerlichkeit preisgegeben.

In Amerika treibt diese Political Correctness beispielsweise an den Universitäten die kuriosesten Blüten. Dort sind es längst nicht mehr nur mehr Sprechverbote, sondern schon Denkverbote, mit denen das Prinzip Heuchelei durchgesetzt wird. Trump verstieß im Zuge seines Lebens als Kaufmann, aber auch während der langen Monate des Wahlkampfes, wiederholt massiv und wahrscheinlich auch bewusst gegen diese Gebote der Political Correctness. Wenn er die Abschiebung von illegalen und kriminellen gewordenen Zuwanderern propagiert, gilt er natürlich demnach schon als Rassist, und wenn er eine massive Grenzsicherung – Stichwort Mauer – propagiert, ebenso. Auch, dass man einigermaßen frauenverachtende, eher unappetitliche Äußerungen aus seinem Munde, die immerhin mehr als ein Jahrzehnt alt sind, ausgrub und – rein zufällig, versteht sich – den Medien zuspielte, scheint zu beweisen, dass er ein Sexist ist und damit gegen die Political Correctness verstößt. Trump hat daraus im Wahlkampf allerdings einen Trumpf machen können. In einem Land, in dem jeder zweite Fluch und jede zweite Beschimpfung mit „Fuck …“ beginnt, wird es ihm, insbesondere vom einfacheren Publikum, offenbar als Beweis seiner Authentizität angerechnet, dass er solcherlei sexistische Sprüche klopft. Auch diesbezüglich haben die Menschen in den USA offenbar ein verstärktes Gefühl bekommen, dass die politische Klasse maßloser Heuchelei frönt, indem sie nur mehr „Schönsprech“ und „Gutsprech“ pflegt. Trump aber, dieser Präsidentschaftskandidat, der von den etablierten Medien zum Rüpel abgestempelt wurde, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube und redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. So zumindest der Eindruck seiner Wähler, die ihn ins Weiße Haus hievten.

Das Hauptargument für die Wahl Donald Trumps aber dürften die Zukunftsängste und Sorgen der ehemaligen weißen Mehrheitsbevölkerung angesichts der Massenzuwanderung und angesichts ihrer sozioökonomischen Deklassierung gewesen sein. Die „WASP“, also die „White Anglo-Saxon Protestants“, müssen angesichts der Massenzuwanderung und der Bevölkerungsexplosion im Bereich der Latinos und der farbigen Bevölkerung tatsächlich damit rechnen, schon sehr bald in einer Minderheitenposition zu sein. Sie, die sich ursprünglich als die prototypischen Amerikaner fühlten, fühlen sich deklassiert und an den Rand gedrängt. Die Entindustrialisierung, verbunden mit dem sozialen Abstieg der vormaligen Arbeiterklasse, hat hier Ängste geschaffen, die keineswegs als bloße irrationale Emotionen abgetan werden können. Vielmehr stehen hinter diesen Ängsten alle sozioökonomischen Entwicklungen, die tatsächlich zum Hauptproblem des Landes geworden sind. Den davon betroffenen Menschen hat Trump eine Stimme verliehen, „Make America great agian“ lautet sein Credo, wobei ihm wohl selbst klar sein dürfte, dass die Erfüllung dieser Wünsche alles andere als leicht sein wird.

Allein aber sein Versprechen, die illegale Zuwanderung zu unterbinden und Millionen dieser Illegalen zu repatriieren, ist ein deutliches Signal für den Schutz der autochthonen weißen US-Amerikaner. Und natürlich wird ihm dies von seinen politischen Gegnern und den Hohepriestern der Political Correctness schon als massiver Rassismus ausgelegt.

Insgesamt ist die Wahl Trumps doch so etwas wie ein politisches Wunder, haben sich doch nahezu alle Angehörigen der ökonomischen, politischen und medialen Eliten gegen ihn ausgesprochen und nahezu alle Medien haben ihn bekämpft. So gesehen ist die Wahl Trumps, der in Europa taxfrei zum „Rechtspopulisten“ abgestempelt wurde, auch ein Menetekel für die herrschende politische Klasse. Und das nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Ob und wie weit sich durch die Wahl Trumps ein Rückenwind für andere systemverändernde patriotische Parteien in Europa ergibt, bleibt abzuwarten. Bereits am 4. Dezember wird man in Österreich diesbezüglich ja die Nagelprobe machen können. Dabei muss angemerkt werden, dass der Rückenwind für den freiheitlichen Kandidaten möglicherweise dadurch gegeben ist, allerdings wohl auch die emotionale Mobilisierung seiner Gegner und jener die, ein Trump-Ergebnis in der Alpenrepublik befürchten.

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