Im Zeitalter des Chaos

Überlegungen zu apokalyptischen Zeiten

Um die Mitte dieses Jahrhunderts soll die Weltbevölkerung die Zehn-Milliarden-Grenze überschreiten, ist in einer kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Studie zu lesen. Betrachtet man das Jahr 1960, als drei Milliarden Menschen den Planeten bevölkerten, wird klar, welche Ausmaße die Bevölkerungsexplosion angenommen hat. Und mit ihr auch eine Vielzahl von Problemen: Mehr Menschen verbrauchen mehr Ressourcen, die dichte Besiedelung in ökologisch sensiblen Gebieten begünstigt Umweltkatastrophen, und Überbevölkerung führt zwangsläufig zu gewaltigen sozialen Problem, die sich in politischen Aufständen entladen. Ohne das rapide Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zum sogenannten Arabischen Frühling gekommen. Ägypten etwa hatte 1960 rund 30 Millionen Einwohner, und heute wird die Bevölkerung auf knapp 90 Millionen geschätzt.

Chaos herrscht aber längst auch in anderen Bereichen: Die Demokratie erodiert zu einer bloßen Fassade, nicht mehr in nationalstaatlichen Parlamenten werden wichtige Entscheidungen getroffen, sondern in den Zentralen multinationaler Konzerne oder bei Geheimtreffen wie jenen der Bilderberger. Und  diese brauchen keine Völker, sondern nur eine amorphe Masse an Konsumenten.

Bei internationalen Konflikten, allzumal bei bewaffneten, geht es heute längst nicht mehr nur um Macht- und Einflusssphären, sondern um die Kontrolle von Rohstoffvorkommen, insbesondere des Erdöls, des „schwarzen Goldes“. Bekanntlich war 2003 für den damaligen US-Präsidenten George W. Bush und seine neokonservativen Einflüsterer nicht der Aufbau demokratischer Strukturen das Hauptmotiv für den Einmarsch in den Irak, sondern die Kontrolle der riesigen Erdölfelder des Zweistromlandes. Kriege – gerade auch um Rohstoffe wie das in nahezu jedem elektronischen Gerät verwendete Coltan – werden aber auch in Afrika geführt und in Osteuropa ist nicht ausgeschlossen, dass der neue Kalte Krieg zwischen den USA und ihren europäischen Vasallen auf der einen und Russland auf der anderen Seite in einen heißen umschlagen könnte.

Europa ist in diesem Umfeld seit Langem keine „Insel der Seligen“ mehr. Immer mehr schwappt das Chaos auf uns über und immer deutlicher tritt zutage, dass die EU unfähig ist, die zunehmenden Gefahren abzuwenden. Die Gründe dafür ist der ethische Niedergang, die um sich greifende Dekadenz und der dramatische Geburtenrückgang. Sichtbarstes Zeichen für die Entwicklung in den Abgrund ist die Massenmigration aus dem Nahen Osten und auf Afrika, die wiederum durch den mangelnden politischen Willen, die europäischen Außengrenzen wirkungsvoll zu schützen, begünstigt wird. Und was auf uns zuzukommen droht zeigen Umfragen, wonach hunderte Millionen Afrikaner auswanderungswillig sind und nur auf die nächstbeste Gelegenheit warten, um nach Europa zu kommen. Darüber hinaus beschleunigen sogenannte Familienzusammenführungen die ethnischen Veränderungen in Europa. Anders als in Europa, wo Kinderlosigkeit oder Einkind- oder Zweikindfamilien vorherrschend sind, sind arabische oder afrikanische Familien bekanntlich durch großen Kinderreichtum gekennzeichnet.

Lange Zeit hat das der politischen Korrektheit verpflichtete Establishment diese dramatische Entwicklung geleugnet. Auch wenn bei dem einen oder anderen Vertreter des politischen Establishments – die deutsche Kanzlerin Merkel ausgenommen – eine Haltungsänderung erkennbar ist, so wird sich am Gesamtbild nichts wesentliches ändern. Denn was nützt es schon, wenn heuer „nur“ eine halbe Million Einwanderer nach Deutschland kommen sollen und nicht, wie im vergangenen Jahr, eine Million? Und ob die rechtspopulistischen Parteien in den verschiedenen europäischen Ländern das Ruder werden herumreißen können, muss bezweifelt werden, aber immerhin können sie als Bremsfaktor fungieren.

Jenes Europa, das wir kennen, wird es in ein paar Jahrzehnten nicht mehr geben, denn die europäischen Nationen werden umstrukturiert werden. Die derzeit bestimmenden europäischen Völker werden in der Zukunft Randgruppen sein oder, dem Beispiel des britischen Adels folgen, die Oberschicht bilden. Die Hochkulturen werden von Trivialisierung und Multikulturalisierung ersetzt werden.

Damit geht naturgemäß auch eine Veränderung des Wertesystems einher. Das Christentum, wird vollkommen ausgedient haben, und an seine Stelle wird bei der verbliebenen autochthonen Oberschicht ein totaler Hedonismus oder die neue Zivilreligion der political correctness treten. Umgekehrt werden aufgrund der unkontrollierten Einwanderung aus moslemischen Ländern islamische Wert- und Rechtsvorstellungen, z. B. die Scharia, in europäischen Ländern Einzug halten. Wie Umfragen zeigen, ist in Europa ein nicht unerheblicher Teil der moslemischen Einwanderer nicht bereit, das Werte- und Rechtssystem des jeweiligen Gastlandes bedingungslos zu unterstützen. Und islamische „Friedensrichter“, die in den türkischen Parallelgesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland im Untergrund Streitfälle schlichten, könnten zur Jahrhundertmitte durchaus ein staatlich anerkanntes Rechtsinstitut sein.

Darüber hinaus drohen eine Verelendung breiter Bevölkerungsschichten sowie ein Ende der Sozialsysteme. Während heute in Österreich heftig über eine Zweiklassenmedizin diskutiert wird, ist nicht auszuschließen, dass sich in Europa in den nächsten Jahrzehnten nicht nur ein Kasten- und Konfliktsystem herausbildet, sondern auch eine Mehrklassenmedizin. Eine reiche Oberschicht wird sich eine Spitzenmedizin leisten können, während Angehörige der Unterschicht, um finanziell über die Runden zu kommen, als Organspender auftreten.

In derart apokalyptischen Zeiten werden sich auch die Grundregeln staatlichen Zusammenlebens verändert haben. Durch den starken Zuzug von bestimmten Ethnien werden außereuropäische Konflikte, etwa der türkisch-kurdische, nach Europa importiert. Verbunden mit einer starken ethnisch-religiösen Fragmentierung der Bevölkerungen in den Staaten Europas drohen permanente Bürgerkriege. Und in jenen europäischen Staaten, in denen sich eine moslemische Bevölkerungsmehrheit bildet, ist eine Diskriminierung, wenn nicht sogar Verfolgung sogenannter „Ungläubiger“, wie sie in vielen islamischen Ländern praktiziert wird, nicht auszuschließen. Möglich ist freilich auch, dass Sicherheit und Ordnung  von einer starken Hand mit diktatorischen Mitteln und drakonischen Strafen durchgesetzt werden.

Und selbst dort, wo die Verfassungen ihrem Wortlaut nach demokratische sind, wird von einer Herrschaft des Volkes nicht mehr viel zu sehen sein. Einerseits deshalb, weil ethnisch und/oder religiöse Einzelinteressen das Gesamtinteresse eines Volkes ersetzt haben werden, und andererseits, weil hinter den Kulissen mächtige Oligarchen, die ihre Wirtschaftsinteressen verwirklicht sehen wollen, die Fäden ziehen. Der Traum der deutschen Romantik von der Volksgemeinschaft wird endgültig ausgeträumt sein.

Somit stellt sich die Frage, wie die Lebensumstände der Angehörigen der verschiedenen autochthonen europäischen Rest-Ethnien aussehen werden. Am wahrscheinlichsten erscheint ein Rückzug auf kleine Gruppen, in Tribalismen, Religionsgemeinschaften oder Familienklans. Eine solche kleine Gruppe kann aber auch das Dritte Lager sein oder eine österreichische, deutsche oder französische „Community“ sein, ähnlich der heute von den Multikulti-Verfechtern so bewunderten „türkischen Community“. Was bleibt ist, in einem kleineren und überschaubaren Rahmen die eigene Kultur und Identität sowie ein demokratischen Leben zu bewahren. Aber das Abendland wird de facto untergegangen sein.

3 Antworten zu Im Zeitalter des Chaos

  1. Werner Beier sagt:

    Auch sie, Herr Mölzer, verkennen – typisch europäisch – das grundsätzliche System des Orients und auch Afrikas. Dieses System beruht ganz archaisch auf den Pfeilern Unterwerfung und Unterordnung, wobei selbst der Unterworfene dies widerspruchslos als Karma, Kismet usw. akzeptiert. Der abendländische Konsens und Interessenausgleich ist weitgehend unbekannt.
    Was reitet sie zu glauben, dass ein europäisches Überleben in ethnischen Communities oder gar als „Oberschicht“ möglich wäre? Das würde Akzeptanzen der Zuwanderer voraussetzen die sie a) nicht haben und haben wollen b) nie haben werden und c) auch nicht nötig haben, da die „Umvolkung“ ohnehin erfolgreich und nahezu automatisiert abläuft. Wer auf der Siegerstraße läuft braucht sich nicht zu kümmern, ob und wie das den Autochthonen passt und was nicht passt wird eben passend gemacht.
    Weiters ist der Zeithorizont für den endgültigen Paradigmenwechsel mit der Jahrhundertmitte wohl sehr weit in die Ferne projiziert. Die Verteilung der wesentlichen und handelnden Alterskohorten ist der Schlüssel zur Prognose und da sieht es bereits 2016 sehr, sehr düster aus.
    MfG
    Werner Beier, Wien 21

  2. Lasse B. sagt:

    Ein guter aber auch besorgniserregender Artikeln. Dem würde ich hinfügen, dass das heutige politische-wirtschaftliche System auf einen stetigen Wachstum angewiesen ist. Was wird passieren, wenn dies wegen mangelnder Technologie oder Ressourcen nicht mehr möglich ist ? Vielleicht nur das könnte das ganze Lügengebäude zum Einsturz bringen, aber auf welche Kosten ?

    Die konservativen Parteien mögen ja als ein Bremsfaktor fungieren, aber das wäre zu wenig, zu spät. Ohne eine geistige Wende, sind wir einer immer größer werdenden Gefahr ausgesetzt.

    Gott bewahre uns !

  3. Georg Thomaschitz sagt:

    Ich verstehe nicht, warum man immer den Geburtenrückgang in den westlichen Ländern bejammert, schließlich stehen wir vor dramatischen Veränderungen in der Arbeitswelt, zunehmende Automatisierung erfordert immer weniger Arbeitskräfte. Die Arbeitskräfte von morgen müssen vor allem qualifiziert sein. Man sollte folglich Realismus in Hinblick auf diese Veränderungen walten lassen. Sarrazin lässt grüßen, wenn nicht Quantität, sondern Qualität unseren Nachwuchs bestimmen soll. 40% der deutschen Akakemikerinnen bleiben kinderlos, jedoch bleibt nur ein kleiner Teil dieser 40% gewollt kinderlos. Vielmehr stellt es sich so dar, dass Frauen gezwungen sind zu arbeiten, da ein Einkommen in den seltensten Fällen das Auskommen einer Familie garantiert. Angst vor Karriereknicken und Problme beim Wiedereinstieg nach der Babypause lassen Frauen den Kinderwunsch nach hinten verschieben, bis er (oft) endgültig verschwindet. Ab einem Einkommen von EUR 2000,- netto fällt man mit Ausnahme des temporär gewährten Kindergeldes aus sämtlichen Sozialleistungen heraus. Das Kindergeld der Blau-Schwarzen Koalition hat vor allem den unteren sozialen Schichten, welche in der überwältigenden Mehrheit unproduktive Einwanderer sind, ein zusätzliches Einkommen ermöglicht. Diese Schichten sind die Kinderlieferanten unserer Zeit. Es gilt, diesen kolossalen Nonsens abzustellen und Kinder nicht mehr über Sozialtransfers, sondern ausschließlich über steuerliche Absetzbarkeit bei den Haushaltseinkommen zu fördern. Jene, die keine Steuern auf Arbeit entrichten, weil sie zu wenig oder überhaupt nichts verdienen (und das ist in Ö zumindest ein Viertel der Bevölkerung) werden es sich dann drei Mal überlegen, ob sie Kinder auf die Welt bringen, die dann in Folge erbärmlicher Bildungsleistungen auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind. Vielmehr muss die Fertilität jener gefördert werden, die ihrem Kind Bildung und Leistungswillen näherbringen, und das sind mit Sicherheit nicht bildungsferne, illiterate Einwanderer.
    Es muss ein für alle Mal Schluss sein mit dem Narrativ, dass Westeuropa viele Kinder brauche, um die Pensionen von morgen zu sichern, dies kann man nämlich nur dann, wenn diese Kinder
    1. überhaupt einen Job erhalten und
    2. dieser Job auch ausreichend Steuern und Abgaben abwirft.

    Warum soll eine Bevölkerungszahl eines Staates eigentlich nicht schrumpfen können? Warum erachtet man zu Recht die Bevölkerungsexplosion in der dritten Welt als größtes Problem der Menschheit (und nicht den Klimawandel), während genau dieses Phänomen bei uns erwünscht sein soll?
    Österreich beklagt schon jetzt über 400.000 Arbeitslose, und diese Zahl wird bis 2020 noch anwachsen. Wir züchten bereits jetzt mangels Alternative ein akademisches Proletariat heran, dass nur einen Bruchteil jener Einkommen- und Karrierechancen vorfindet, welche sich der Generation davor noch boten. Würde die Zahl der Absolventen um die Hälfte reduziert (und das würde in etwa dem tatsächlichen Bedarf an Akademikern entsprechen), stiege die Arbeitslosigkeit sofort an. Indem man die Leute jedes und alles studieren lässt, verschiebt sich die Arbeitslosigkeit einfach zeitlich nach hinten. Für die Uni-Absolventen ist diese Absenz jeglicher Zugangsbeschränkung vor allem in den Massenfächern Jus und BWL mit unglaublichen Frustrationen während und vor allem nach Beendigung des Studiums verbunden. Nur Wenige finden tatsächlich eine ihrer Ausbildung entsprechende Anstellung, Frauen können zumindest eine Babypause einlegen. Hier ist insbesondere die nachgerade zynische Politik der SPÖ zu brandmarken, die auf Biegen und Brechen den offenen Hochschulzugang beibehalten will und damit die Absolventen perpetuiert in unbezahlte Praktika entlässt. Sieht so sozial verantwortliche Politik aus, Uni Absolventen als Kanonenfutter auf den Arbeitsmarkt zu werfen? Gar nicht zu reden von der stetigen Entwertung akademischer Ausbildung, denn die Zahl der Absolventen korreliert nicht notwendigerweise mit deren Qualität, auch wenn uns die Propaganda der OECD dies glauben machen will.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: