War Juncker besoffen?

Jean-Claude Juncker, Küsserkönig von Brüssel und nebenbei Kommissionspräsident der Europäischen Union, hat am Rande des vorwöchigen EU-Gipfels gegenüber Österreich mit drastischen Worten zum Ausdruck gebracht, dass die von der Bundesregierung beschlossenen Obergrenzen gegen alles EU-Recht verstoßen würden.
Nun sind diese Obergrenzen ohnedies ein Hohn, die 37.500 Asylberechtigten für Österreich selbst haben wir bald überschritten. Und wenn es heißt, 80 dürften pro Tag einen Asylantrag stellen, aber ganze 3.200 dürften durchreisen, dann heißt das ja nichts mehr und nichts weniger, als dass es so weiter geht wie im vorigen Jahr. 3.200 pro Tag bedeuten nämlich eine gute Million im Jahr. Und die gehen dann nach Deutschland, Schweden und anderswohin, werden von dort zurückgewiesen und landen zuerst einmal wieder in Österreich.
Es bleibt also dabei, trotz der Versuche vonseiten der Regierung, die Optik zu erwecken, als würde sie eine restriktive Flüchtlingspolitik betreiben, alles beim Alten. Und da fragt es sich dann schon, was sich der Herr Kommissionspräsident und insgesamt die EUKommission denken, wenn sie Österreich rügen. Bei Juncker, der einem Glas guten Weins bekanntlich nicht abhold ist, muss man da schon überspitzt fragen: War der Kommissionspräsident besoffen, als er unserem Land diese Rüge erteilte?
Der Herr Bundeskanzler wird für die österreichische Öffentlichkeit eisern erklären, dass es bei den Obergrenzen bleibt und dass er sogar die Courage hat, Brüssel die Stirn zu bieten. Hinter verschlossener Tür in Brüssel aber wird seinen lieben Freunden und natürlich auch Jean-Claude Juncker deutlich machen, dass das ja nur Scheinmaßnahmen sind und dass sich ohnedies nichts ändert.
Mit 3.200 pro Tag kann nämlich weiterhin jeder kommen. Das allerdings in schöner Ordnung über die Willkommens zentren an den österreichischen Südgrenzen von Spielfeld über den Karawankentunnel bis hin zum Brenner und so nebenbei wird man die einheimische Bevölkerung an den Grenzen ordentlich schikanieren. Sie sollen die Grenzkontrollen nur fühlen, vielleicht entwickeln sie dann einen gewissen Groll gegenüber jenen, die diese Kontrollen und Zäune verlangten, nämlich gegenüber den Freiheitlichen. So ähnlich könnte das Kalkül von Faymann und Genossen jedenfalls aussehen.
Und Monsieur le President Jean-Claude Juncker wird alles wohl verständnisvoll zur Kenntnis nehmen und allenfalls noch ein bisschen gegenüber Österreich wettern, da er damit der rot–schwarzen Regierung den größten Gefallen erweist.

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One Response to War Juncker besoffen?

  1. Waltraut Kupf sagt:

    Dazu kommt, daß Doskozil, der in Nickelsdorf noch einigermaßen vernünftig wirkte, als Verteidigungsminister plötzlich verkündete, das 80-Personen-Limit pro Tag beziehe sich nur auf Spielfeld. Das bedeutet, daß die Leute halt an anderen Grenzübergängen kommen können, ja geradezu sollen, denn so lautet wohl die Order aus Brüssel. Wer die EU jetzt noch.immer befürwortet, dem ist nicht zu helfen.

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