Der Tugendterror nimmt zu

Es ist schon paradox, dass es just jene Kreise, die in der Nachfolge der 68er-Revolte für Liberalität, Transparenz und Demokratisierung eingetreten sind, heute zunehmend eine gesellschaftspolitische Art von Verbots-Unkultur entwickeln. Von jüngsten Untersuchungen im Kreise amerikanischer Universitätsstudenten wissen wir, dass diese zunehmend eine immer stärker werdende Militanz der Political Correctness vertreten.
Genauso ist es bei den heimischen Grünen: Sie sind jene Partei, die am heftigsten für Verbote, Zensur und Reglementierung eintritt.
Jüngstes Opfer ist wieder einmal unsere „Zur Zeit“: Da hat es in der Rubrik Satire einen Beitrag über einen SPÖ-Spindoktor gegeben, dessen Familie mosaische Wurzeln hat. Alleine die Nennungdieser Tatsache wurde bereits lautstark als Antisemitismus angeprangert.
Und als dann ein Bild über Wiener Kindergärten, in dem Kinder asiatischen und schwarzafrikanischen Ursprungs zu sehensind, mit der Bildunterschrift „rassisch durchmischt“ abgedrucktwurde, wurde gleich von bösem Rassismus gesprochen. Alleindie Verwendung des Wortes Rasse ist für die Tugendterroristenschon ein Anlass zur Anklage.
Allen voran war die grüne Gutmenschenfraktion im Parlament tätig, kurioserweise dicht gefolgt von der Volkspartei. Und natürlich versuchte man der oppositionellen FPÖ ans Bein zu pinkeln, in dem man darauf verwies, dass der Chefredakteur dieses ach so bösen Blattes „Zur Zeit“, Wendelin Mölzer nämlich, auch FPÖ-Nationalratsabgeordneter sei.
An sich sind diese Angriffe ja zu durchsichtig und lächerlich. Prinzipiell aber stellt sich die Frage, was man in diesem Landüberhaupt noch sagen darf, ohne von den etablierten Medien undden dominierenden Gutmenschen an den Pranger gestellt zu werden.
Zunehmend werden nicht Straftaten verfolgt und geahndet, sondern nicht-konformes Denken, das sich nach außen in nicht politisch korrekter Wortwahl äußert. Die Freiheit des Redens und Denkens hat aufgehört, und der Druck dieses unseligen Zeitgeists scheint so etwas wie ein Gesinnungsstrafrecht nach sich zu ziehen.
In einem ORF-Radiobeitrag über die ach so böse „Zur Zeit“, hat sich der Reporter – der Herr Kappacher – nicht entblödet, auf die Feststellung aus dem Büro des Ministers Ostermayer, dass gegen „Zur Zeit“ keine Strafanzeige und auch keine Verurteilung vorliege,zu erklären, das könne ja noch werden. Soviel zum objektiven öffentlich rechtlichen Rundfunk.
Gottlob aber funktioniert bei uns noch immer der Rechtsstaat und es sind unabhängige Gerichte, die über Strafwürdigkeit von Aussagen entscheiden und nicht polemisierende Parteisekretäre und politisierende ORF-Redakteure.

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