Der Euro ist gescheitert

Nun ist in Griechenland das Chaos perfekt: Nachdem die Regierungsbildung gescheitert ist, amtiert bis zu den erneuten vorgezogenen Neuwahen im Juni eine Übergangsregierung, mit der der Internationale Währungsfond nicht verhandeln will, und die Griechen selbst plündern ihre Konten. Es herrschen also Zustände, die wir eher aus Lateinamerika oder einem Dritte-Welt-Land kennen. Allerdings hätte die dramatische Lage in Griechenland verhindert werden können: Wäre Athen schon vor zwei Jahren, als die Krise begonnen hat, aus der Eurozone ausgeschieden und zur Drachme zurückgekehrt, hätten die Griechen mit der damit verbundenen Möglichkeit von Abwertungen die Chance gehabt, ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.

Die Krise in Griechenland ist aber auch ein Beweis dafür, daß der Euro in seiner derzeitigen Form gescheitert ist. Es hat sich als unmöglich erwiesen – worauf Eurokritiker wie die Freiheitlichen von Anfang an verwiesen haben – Länder ohne Berücksichtgung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in einer Währungsunion zusammenzufassen. Und der Preis, den wir alle für das Versagen einer selbstherrlichen und realitätsfremden politischen Pseudo-Elite zu zahlen haben werden, wird sehr hoch sein. Österreich wird das Griechenland-Abenteuer wahrscheinlich rund zehn Milliarden Euro kosten, und der bekannte Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn hält für die Bundesrepublik Deutschland wegen der übernommenen Haftungen, die nun schlagend werden könnten, sogar einen Betrag von einer Billion Euro für möglich.

Aufgrund des offenkundigen Scheiterns der Währungsunion werden die Versuche der Eurokraten , den dahingeschiedenen Patienten wiederzubeleben, nichts fruchten. Wenn Griechenland ein einmaliger Sonderfall bleiben soll, dann müssen endlich die rechtlichen Voraussetzungen für das Ausscheiden von Mitgliedern aus der Währungsunion geschaffen, oder noch besser, die Eurozone neu strukturiert werden.

3 Antworten zu Der Euro ist gescheitert

  1. Bertha sagt:

    Wenn man die Möglichkeit hätte, in die Zukunft zu blicken, dann wüsste man vielleicht, wie man die herrschende Krise – wobei es anscheinend schon mehr als eine Krise gibt – beenden könnte. MIr tun die Griechen leid. Keiner weiß was er tun soll und die Politiker prügeln sich sogar vor laufender Kamera. Wo soll das nur hinführen?

  2. Bloody Mary sagt:

    Freiheitliche waren nicht von Anbeginn an gegen den Euro.Jetzt sind sie auch nicht für einen Austritt, wie z.B Marine Le Pen, die offen sagt: „Ich wünsche den Zusammenbruch der EU!“ Wohlgemerkt: die ganze EU soll sich auflösen. Wenn es soweit ist, wird die FPÖ behaupten, daß sie niemals für die Reformierung der EU plädiert haben. Wäre…hätte…würde. So reden Politiker ohne Rückgrat.Die kann man vergessen. http://www.euaustrittspartei.at :mrgreen: 👿 n

  3. Britta sagt:

    Gescheitert ist nicht nur der Euro, sondern sämtliche europäische
    Regierungen, allen voran auch unsere. Aber vertrauensbildende Maßnahmen sehe ich von Seiten der FPÖ ebenfalls keine, im Gegenteil, im jetzt und hier nur negativ Schlagzeilen, das alles zeugt nicht von Führungstärke. Wählen ist Vertrauenssache, fällt aber leider momentan auch bei der FPÖ durch den Rost. Ein Imageschaden der sich gewaschen hat und ältere Menschen nachhaltig schwer verunsichern wird. Wieder leider einmal mehr ein Zeichen wie abgehoben die Politiker sind. Jene der FPÖ nicht ausgenommen.
    Schade, sehr schade, das ist der Stoff aus dem Wahlniederlagen gestrickt werden. Ein Fressen für die politische Konkurrenz. Aber Selbstzerfleischung und Zerstörung haben auch bei der FPÖ Tradition.

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