Frontstaat Türkei

Berichten zufolge erwägt die Türkei, mit militärischen Mitteln eine Pufferzone auf syrischem Gebiet zu schaffen. Dadurch sollen, so die Begründung, Grenzverletzungen durch die syrische Armee verhindert und Flüchtlinge besser geschützt werden. Eine andere Frage ist jedoch, ob die Türkei nicht auch plant, das Problem syrischer Flüchtlinge auf Europa abzuschieben. Die Massen an illegalen Zuwanderern, die über die türkisch-griechische Grenze in die Europäische Union kommen und die den mangelnden Willen der Türken zur Zusammenarbeit in dieser wichtigen Frage belegen, lassen jedenfalls nichts Gutes erahnen.
Ob nun aber rein verteidigungspolitische und humanitäre Motive für derlei Planungen ausschlaggebend sind, ist jedoch zu bezweifeln. Denn seit Jahren arbeitet Ankara daran, im Nahen Osten eine Einflußsphäre zu schaffen, die sich an den Grenzen des früheren Osmanischen Reichs orientiert sowie, sich als unverzichtbare Ordnungsmacht zu positionieren. Die drohende Verwicklung Ankaras in den syrischen Bürgerkrieg beweist aber auch, wie sehr die Türkei ein Frontstaat im Nahen Osten ist. Mit Grenzen zu Syrien, zum Irak sowie zum Iran läuft sie Gefahr, in den Strudel der unzähligen Konflikte in dieser Krisenregion hineingezogen zu werden. Denn egal, wie die Syrien-Krise endet: Ruhe wird im Nahen Osten nicht einkehren.
Das allein wäre für uns Europäer noch nicht so schlimm, allerdings ist die Türkei ein Beitrittskandidat und soll nach dem Willen maßgeblicher Kräfte so rasch wie möglich in die Europäische Union aufgenommen werden. Und sollte Ankara eines Tages Mitglied sein, würde damit die Europäische Union selbst zu so etwas wie einem Frontstaat werden. Weil dies nicht im europäischen Interesse liegen kann, sollten daher die Beitrittsverhandlungen mit Ankara abgebrochen werden.

2 Antworten zu Frontstaat Türkei

  1. Bloody Mary sagt:

    Nicht der Himmel stehe uns bei, sondern endlich einmal eine EU-Austrittspartei. Die FPÖ hat bewiesen, daß sie es NICHT ist. Nicht die Verhandlungen mit der Türkei müssen beendet werden, der Austritt Österreichs muß begonnen werden. Dann können diese Hornochsen in Brüssel selber untergehen. Aber OHNE UNS! :mrgreen:

  2. Walter LAQUEUR, „Europa nach dem Fall. Ein Abschiedsgruß?“
    München: Herbig Verlag 2012. 384 Seiten. ISBN 978-3-7766-2699-5. (D) Euro 24,99. – Ein bedeutendes Buch, „Der Untergang des Abendlandes“ nach 90 Jahren neu bedacht, ohne das Politik in Österreich, in Deutschland, in Europa heute nicht kompetent gedacht und gemacht werden kann.

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