Das „gesunde Volksempfinden“

Ach ja: „Gesundes Volksempfinden“ darf ja man nicht sagen. Dieser Begriff ist angeblich NS-belastet. Keine Ahnung, welcher verbrecherische Nazi es verwendet hat, auch keine Ahnung, ob es den Terminus zuvor bereits gegeben hat. Sehr wohl weiß man aber, dass es so etwas gibt wie dieses „gesunde Volksempfinden“. Am deutlichsten kann man dies immer wieder daran erkennen, dass auch die Menschen hierzulande, die gelernten Österreicher, keineswegs all das glauben, was ihnen die etablierten Medien vorbeten und keineswegs sklavisch den Meinungen der etablierten Politik hinterher hecheln. Nein. Sie haben ihren eigenen Kopf und der ist bemerkenswert nonkonformistisch.

Nehmen wir etwa die Meinungsumfragen: Da wurde in den letzten Wochen und Monaten geradezu hektisch der Niedergang der Strache-FPÖ herbeigebetet. Mit seinem „Juden-Sager“ im Anschluss an den WKR-Ball habe er sich endgültig demaskiert, als unverbesserlicher Ewiggestriger und ungebildeter Mensch. Und nunmehr würden sich die Menschen abwenden. Tatsächlich waren zwei, drei Wochen hindurch die Umfragen für die FPÖ ein bisschen schwächer, nunmehr hat sich die freiheitliche Opposition wieder auf das Umfragen-Niveau eingependelt, das sie zuvor hatte – ein für die etablierten Medien und Parteisekretariate leider beängstigend hohes. Die Menschen haben sich also nicht beeindrucken lassen von dem heuchlerischen Entsetzen über Straches Aussage.

Und ähnlich ist es im Fall der gegenwärtig debattierten Korruptionsskandale der Republik: Da will und will der gelernte Österreicher nicht glauben, dass das Ganze in erster Linie ein freiheitliches Phänomen sei. Da können die Medien das noch so sehr herbei schreiben, zuletzt etwa Peter Michael Lingens im Profil. Weswegen stand dieser übrigens vor Jahr und Tag vor dem Richter? War es nicht auch Steuerhinterziehung oder dergleichen? Na jedenfalls hat eben diese Profil-Edelfeder wieder nachgewiesen, dass die ganze Korruption ein freiheitliches Phänomen sei. Und siehe da, die Menschen in Österreich glauben es ihm nicht. Und auch nicht den zahlreichen anderen Medien und auch nicht dem rot-schwarz-grünen Einheitspolitikern. Die Österreicher wissen vielmehr, dass es dabei so etwas wie Regierungskriminalität gegeben hat. Dass jene, die im System Haider-Schüssel an den Futtertrögen saßen, sich bedient haben und dass das dieselben waren, die nach der Parteispaltung die FPÖ natürlich verlassen haben und zum viel gepriesenen BZÖ gegangen sind. Und die Österreicher wissen natürlich auch, dass zuvor bei den rot-schwarzen und schwarz-roten Regierungen, bei der roten Alleinregierung und bei der schwarzen Regierung dasselbe gewesen ist. Dort, wo es etwas zu verteilen gibt, mästen sich die Schweine an den Futtertrögen. Und nicht, dass eben diese gelernten Österreicher den heutigen Freiheitlichen messianischen Edelmut zutrauen würden, nein, sie wissen schlicht und einfach, dass diese nicht in der Regierung sind und deswegen auf jeden Fall nicht an der Korruption teilhaben können. So einfach ist das. Ja, ja. Das verbotene und viel geschmähte „gesunde Volksempfinden“ gibt es also doch. Und da mögen die politisch korrekten Heuchler die medialen Mainstreamler und die rot-schwarzen Machtmechaniker darüber schimpfen wie sie wollen. Die Leute wissen schon, was los ist. Gottseidank.

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One Response to Das „gesunde Volksempfinden“

  1. Bloody Mary sagt:

    Was nützt uns unser „gesundes Volksempfinden“, wenn ALLe Polithalunken, sobald sie an den Futtertrögen sitzen, korrupt (käuflich) werden? Wird mit den Freiheitlichen zusammen mit dem 100%-EU-Schleimer Spindelegger auch nicht anders werden. Es gibt keine Ehrenmänner mehr. „Ehre“ gibt es nur mehr bei den Musels im Zusammenhang mit Mord. Das charakterisiert unser übles Zeitalter trefflich ❗ 😦

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