Die Last des Rechthabens

Das was sich in den letzten Tagen im Bereich der Börsen und der Finanzmärkte getan hat, bestätigt all jene Kassandra-Rufe, die von den Kritikern der EU und des Euro, nicht zuletzt von den Österreichischen Freiheitlichen seit Jahr und Tag geäußert wurde – leider. Nach der Herabstufung der Bonität der US-Amerikaner ist zwar der totale Börsencrash nicht gekommen, die immensen Rettungsaktivitäten der Europäischen Zentralbank aber haben auch nicht gegriffen und die Abwärtsspirale dreht sich unaufhaltsam weiter. Von Griechenland redet im Hinblick auf die Staatsschuldenkrise schon keiner mehr. Portugal, Irland, das ist alles Vergangenheit, jetzt geht es um Spanien und vor allem um Italien. Und wenn Rom in Sachen Krisenmanagement scheitert, dann – so sind sich nahezu alle Experten einig – ist der Euro gescheitert. Warum aber, warum, fragt sich der kritische Zeitgenosse, sollte Rom ausgerechnet Berlusconi, Blender und Täuscher, da erfolgreicher sein als alle anderen? Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass die Wahrscheinlichkeit auf den Eurocrash von Tag zu Tag steigt.

Anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange gelähmt auf den Untergang zu warten, sollten die Mächtigen in der EU tätig werden. Man könnte die Eurozone, die offenbar nicht zu halten ist, aus eigenem Antrieb und in eigener Gestaltung in einen harten Nord-Euro und einen schwachen Süd-Euro teilen. Bevor das Fiasko eintritt und die Zone ohnedies zerbricht. Es ist aber – und auch da sind sich nahezu alle Beobachter indessen einig – die Schwäche der führenden Politiker, sowohl in Brüssel als auch in Washington, die eine gestaltende eigene Politik mit klarer Strategie unmöglich macht. Barroso und Konsorten fällt nichts anderes ein, als dem schlechten Geld gutes Geld nachzuwerfen – und zumeist ist es das der EU-Nettozahler, der Deutschen in erster Reihe und auch der Österreicher.

Dieses offenbar unaufhaltsame Torkeln der Europäer hin zum Abgrund, vor dem in Österreich wie gesagt nicht zuletzt die freiheitliche Opposition seit Jahr und Tag warnt, ist natürlich auch Wasser auf den Mühlen der freiheitlichen Oppositionspolitik. Die relative Stärke der FPÖ in den Umfragen basiert in erster Linie auf der Schwäche des politischen Establishments, im Falle Österreichs also der rot-schwarzen Regierung, und auf der Dramatik der negativen Entwicklung. Zwei Themen sind es ja, die die Freiheitlichen bei der Bevölkerung glaubwürdig machen: das konsequente Antreten gegen die Massenzuwanderung und die Islamisierung, sprich die Zuwanderungs- und Integrationsproblematik auf der einen Seite und auf der anderen Seite eben die EU-Kritik und die Warnung vor dem Eurocrash.

Interne Entwicklungen, die eine oder andere Streitfrage, Querelen, wie sie gerade in den letzten Tagen und Wochen immer wieder von den Medien hochgespielt wurden, beeindrucken den Wähler da offenbar wenig. Er sieht die großen, dramatischen Fragen und weiß, dass das politische Establishment, die heute Regierenden, in keiner Weise gewillt sind, diese Probleme zu lösen. Und das ist die Trumpfkarte der Freiheitlichen. Damit haben sie die Gelegenheit, bei den nächsten Wahlen entsprechend stärker zu werden. Sie sind somit Profiteure der krisenhaften Entwicklung und sie haben mit ihren Warnungen, mit ihren Kassandrarufen Recht. Leider könnte man sagen, denn dieses Rechthaben bedeutet gleichzeitig, dass die Österreicher und ihre Republik weiter in eine krisenhafte Entwicklung hinein schlittern, da die Regierenden nicht in der Lage sind, wirklich substantiell etwas dagegen zu tun.

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3 Responses to Die Last des Rechthabens

  1. Bertha sagt:

    Ich gebe Waltraut Kupf Recht, dass der Fehler in der Gesamtkonzeption liegt. Allerdings würde ich mir wünschen, dass sich die europäischen Politiker und Fachleute nun zusammensetzen und versuchen zu retten was zu retten ist. Dass innheralb eines Systems Fehler passieren ist anscheinend unvermeidbar, doch sollte man daraus lernen und einen neuen Weg finden.

  2. Eso-Vergelter sagt:

    Österreich kann durch eine nicht-grüne Öko-Politik gerettet werden. Es ist tatsächlich mit der heutigen Technologie schon möglich, 5-mal weniger Geld zu benötigen. Z. B. können die herkömmlichen Autos durch 1 l-Autos ersetzt werden. Zudem soll der €uro durch regionale Gelder mit Umlaufgebühr ersetzt werden. Und Millionen Ausländer und eingebürgerte Migranten sollen weggeschafft werden.

  3. Bloody Mary sagt:

    Alle Politiker, die weiter dieser EU anhängen, verraten die Österreicher! 👿

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