Die taktischen Spielchen der Mainstream-Medien

Langsam müsse man sich Gedanken machen, was man gegen die offenbar unaufhaltsam anwachsende Strache-FPÖ machen könne. Zu dieser Erkenntnis scheint man im politisch-medialen Komplex der etablierten Machthaber gekommen zu sein. Wenn einem inhaltlich nichts einfällt, dann beginnt man halt wieder einmal mit den taktischen Spielchen, die wir alle ja schon aus den 90-er Jahren, als die Haider-FPÖ gefährlich wurde, kennen:

Eine beliebte und in diesen Tagen wieder einmal geübte Variante dieser taktischen Spielchen besteht darin, diese unangepasste und lästige Opposition zu Distanzierungs-Ritualen zwingen zu wollen. Sie müsse sich von all dem distanzieren, was nach den gängigen Kriterien der Political Correctness abzulehnen ist: etwa EU-Kritik, Anti-Islamismus, jegliche Form des Populismus und natürlich jede Form des Patriotismus. Damit aber solle sich diese politisch immer gefährlicher werdende Opposition schlechthin von sich selbst, von der eigenen Ideologie, der eigenen Programmatik und den eigenen Traditionen distanzieren. So hätte man es gerne.

Der nächste Schritt ist dann die Untergrabung der Glaubwürdigkeit der maßgeblichen Repräsentanten einer solchen oppositionellen Bewegung. Gegenüber den eigenen Sympathisanten heißt es: „Seht her, der will sich ja distanzieren, von euch, von eurer Ideologie.“ Und gegenüber dem unbedarften Publikum signalisiert man: „Der heuchelt ja, wenn er sich distanziert. Glaubt ihm bloß nicht. Geht ihm bloß nicht auf dem Leim.“

Und der dritte Teil dieser taktischen Spielchen besteht darin, dass man versucht, maßgebliche Repräsentanten einer solchen lästigen Oppositionsbewegung gegeneinander auszuspielen und sie möglichst emotional gegeneinander aufzubringen, eben den Spaltpilz zu aktivieren: Da werden irgendwelche Aussagen des einen oder anderen aus dem Zusammenhang gerissen und entsprechend überinterpretiert, um angebliche interne Zerwürfnisse oder Kritik an der jeweiligen Parteiführung zu simulieren. Alles in der Hoffnung, dass es der jeweils andere innerhalb dieser Oppositionsbewegung es denn doch für bare Münze hält und mit entsprechendem Groll reagiert. Nach dem Prinzip „divide et impera“ will das politisch-mediale Establishment die Herausforderer damit solcherart schwächen.

Dieses taktische Spielchen konnten wir in den jüngsten Tagen wieder einmal beobachten: Mit homerischem Gelächter durfte man wahrnehmen, dass die „Mainstream-Medien“ zuerst mit großer Empörung dagegen Sturm liefen, dass der Oppositionsführer angekündigt hatte, bei einem Totengedenken der studentischen Korporationen die Festrede halten zu wollen. Als er dies dann wegen einer Verhinderung nicht tun konnte, kommentierte man dies skurrilerweise mit offener Häme als Rückzugsgefecht. Gleichzeitig versuchte man, die publizistische Verteidigung der Gedenkveranstaltung selbst und die Aussage, dass man sich von den politisch korrekten Machthabern die eigenen Traditionspflege nicht vorschreiben lassen dürfe, als bösartige Kritik am Parteiobmann darzustellen. Dessen klare Aussage, er stehe in jedem Falle zu dieser Veranstaltung, auch wenn er dieses Mal verhindert gewesen sei, wurde ignoriert, allenfalls als Zeichen für dessen ewiggestrige Unverbesserlichkeit gewertet. Und schließlich wurde noch der Grund für die Absage des Parteichefs auf eine Art und Weise hinterfragt, die dessen Glaubwürdigkeit der Lächerlichkeit preisgeben sollte.

Soweit die durchsichtigen taktischen Absichten des politisch-medialen Establishments im Lande. Die Realitäten indessen sahen und sehen anders aus: Zum einen steht der Oppositionsfrüher zu den Traditionen seiner Gesinnungsgemeinschaft und zu deren weltanschaulichen Grundpositionen. Das hat er – gerade im Hinblick auf die national-freiheitlichen studentischen Korporationen – nicht nur immer wieder klar und deutlich gesagt, sondern auch persönlich gelebt. An den eingeforderten Distanzierungsritualen, mit denen man Jörg Haider in den 90-er Jahren getrieben hatte, hat sich HC Strache niemals beteiligt.

Zum zweiten ist es lächerlich, die Glaubwürdigkeit eines Oppositionsführers dadurch erschüttern zu wollen, indem man ihm unterstellt, er habe eine wichtige Auslandsreise erfunden, samt fiktiven Kontaktgesprächen zu ausländischen Gesinnungsfreunden. Ganz so als sei Strache irgendeiner österreichischen Zensurbehörde Rede und Antwort schuldig, mit wem er sich irgendwann und irgendwo in Europa treffe und Verhandlungen führe. Nur die spekulativen Mutmaßungen irgendwelcher heimischer Boulevard-Blätter, die dann nicht verifiziert werden konnten, als Beleg für die Nicht-Existenz einer solchen Reise heran zu nehmen, ist ein eher schwachbrüstiger Versuch, die Glaubwürdigkeit des Oppositionsführers zu beschädigen.

Und was schließlich den dritten Teil dieses taktischen Spielchens, nämlich den Versuch, Zwietracht in die Reihen der freiheitlichen Opposition zu tragen betrifft, so dürfte dies auch fehlschlagen. Meinungsfreiheit ist in einer freiheitlichen Partei der höchste Wert, Rede und Widerrede kein Anlass für persönliche Ablehnung. Im Gegensatz zu der geistigen Enge in den Bereichen des politischen Establishments gibt es bei Heinz Christian Straches Freiheitlichen eben offene Diskussion. Zum anderen lebt man in einer so heftig bekämpften Oppositionsbewegung wie der FPÖ seit Jahr und Tag mit den medialen Verzerrungen und Verunglimpfungen der gegnerischen Medien. Ihnen geht man nun wirklich nicht mehr auf den Leim.

Und damit bleibt die Abkehr Straches vom Dritten Lager, die Einbüßung seiner Glaubwürdigkeit innerhalb der freiheitlichen Wählerschaft und ein Konflikt zwischen Strache und Mölzer das Wunschdenken in den Redaktionsstuben der Mainstream-Medien und der rot-schwarzen Parteisekretariate. Nicht mehr und nicht weniger.

Dieser Artikel erscheint als Editorial in der kommenden Ausgabe der „Zur Zeit“ am Donnerstag, 19. Mai!

4 Antworten zu Die taktischen Spielchen der Mainstream-Medien

  1. Der Bub sagt:

    Es ist wahrlich ein Witz, mit welchen Mitteln wieder einmal versucht wird, die FPÖ auseinander zu dividieren! Geradezu lächerlich ist es, was die Medienlandschaft einmal mehr betreibt! Von Dolchstoßlegende und Co.wird da gesprochen. Vielleicht sollte man einfach mal die Augen öffnen, von seinem linkslinken hohen Ross herunter steigen und zugeben, dass von der FPÖ einfach Politik gemacht wird, dem das Volk Glauben schenken kann. Aber mit Inhalten scheint man Strache nicht begegnen zu können, also versucht man es eben hinten herum!
    Ich hoffe, dass der Führung dieser einzigen Heimatpartei das ganze bestenfalls einen Lacher kostet!

  2. Hanno Meissner sagt:

    Ist alles möglich, was hier steht.
    Mir stellt sich aber schon die Frage, warum eine parteigebundene Zeitung über das eigene Lager objektiver berichten sollte als bspw. der ORF, der lange einem Parteien-Proporz unterlag (so sehr man das auch kritisieren kann).
    Ganz so naiv muss man auch einem Herrn Mölzer nicht auf den Leim gehen, wenn er mal wieder über sich selbst schreibt.

  3. cooli sagt:

    Diesem Artikel kann man nur zustimmen. Allerdings waren einige Blogeinträge der letzten Tage hier, wo über einen eventuellen Libyen-Einatz (unter anderen Umständen) sinniert wurde oder aber über eine schwarzblaue Koalition, meines Erachtens alles andere als zielführend im Sinne patriotischer Politik. Die FPÖ erreicht derzeit gewiss am meisten, wenn sie sich als außenpolitisch neutralistische und innenpolitisch überzeugt oppositionelle Kraft präsentiert.

  4. Bloody Mary sagt:

    Wenn sich die FPÖ von allem distanziert, dann, liebe Leute, geht sie baden! Wir haben schon genug Vaterlandsverräter bei den Polithalunken. Sie sollte sich aber gefälligst von der Europäischen Umverteilungsunion distanzieren! 🙄

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