Fast-Pleitestaat Spanien war mit Bewältigung der Krise überfordert

Als verlorene Zeit für Europa gilt wohl die spanische Ratspräsidentschaft. Der Fast-Pleitestaat Spanien war mit der Bewältigung der Krise, die der Pleitestaat Griechenland verursacht hat, völlig überfordert. Anstatt den Bürgern die Wahrheit zu sagen, hat sich der spanische EU-Vorsitz mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank einen Wettlauf in Beschwichtigungsversuchen geliefert.
Madrid versucht die Schuldenkrise in der Europäischen Union mit völlig untauglichen Mitteln zu bewältigen. Es wurde der Irrweg, der in die Krise geführt hat, einfach fortgesetzt. Dabei wäre die Erkenntnis dringend notwendig gewesen, dass die EU nicht mehr Zentralismus braucht, sondern ein Brechen mit Tabus. So wurde etwa verabsäumt, die Weichen zur Gründung eines kerneuropäischen Hartwährungsverbundes zu stellen. Aber stattdessen wurde unter Bruch der EU-Verträge ein milliardenschweres Rettungspaket für Griechenland geschnürt -wahrscheinlich, weil Spanien der nächste Kandidat für eine großzügige Unterstützung durch die EU-Nettozahler ist.
Es ist bedauerlich, dass die spanische EU-Ratspräsidentschaft Pläne zur stärkeren Regulierung von Finanzmärkten und Rating-Agenturen nur halbherzig verfolgt hat. Hier ist EU- Ratsvorsitzender Jose Luis Zapatero vor der internationalen Finanzlobby eingeknickt, was für die Zukunft nichts Gutes bedeuten kann.
Auch in anderen Bereichen ist der EU-Vorsitz Madrids als dürftig zu bezeichnen. Die Beitrittsverhandlungen mit Ankara gehen weiter, obwohl die Türkei fast täglich Gründe für deren Abbruch liefert. Und das SWIFT-Abkommen, mit dem wahllos die Daten europäischer Bankkunden an die USA übermittelt werden sollen, wurde trotz der Ablehnung durch das Europäische Parlament nicht ad acta gelegt.

3 Antworten zu Fast-Pleitestaat Spanien war mit Bewältigung der Krise überfordert

  1. Bill sagt:

    Spanien versucht das Rettungspaket wohl wirklich deshalb zu verteidigen, weil der Staat es früher oder später vielleicht wirklich selber brauchen würde. Ich frage mich nur warum Spanien nicht versucht sich aus eigener Kraft zu retten? Einerseits wollen sie nicht immer mit Griechenland verglichen werden, aber andererseits tun sie nichts um dieser Meinung entgegenzuwirken…

  2. Der Bub sagt:

    Ich vermute, dass es um Spanien lange nicht so schlecht bestellt ist wie um Griechenland. Das Sparpaket, das Zapatero geschnürt hat, dürfte Wirkung zeiegn und die Kapitalwelt beruihgen – as zumindest ist zu hoffen. Es ist allerdings wahnsinnig schwer, tatsächlichen Einblick zu bekommen, denn wie aussagekräftig sind schon die Bilanzen der banken, die ohnehin in die Richtung korrigiert werden, die benötigt wird? Es bleibt auf alle Fälle spannend…

  3. Donauwalzer sagt:

    Wie es aussieht wird uns die Krise wohl noch länger beschäftigen als man denken mag.
    Iirgendwie kann man Spanien auch verstehen: Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht ist es nur normal alles daran zu setzen, das Land vor dem „Ertrinken“ zu retten.

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