Kampfansagen und Selbstbetrug

Die große Oppositionspartei der Republik, die Freiheitlichen, hat jüngst bei ihrem Wiener Parteitag in eindrucksvoller Weise Geschlossenheit gezeigt. Mit einem geradezu stalinistischen Ergebnis geht Parteiobmann Heinz Christian Strache in den Wiener Wahlkampf. Meinungsumfragen hin, politische Kaffesatzdeuterei her, Tatsache ist, dass die FPÖ des HC Strache der einzige Herausforderer des bislang mit nahezu despotischer Allmacht regierenden Michael Häupl und seiner SPÖ ist. Niemand weiß naturgemäß, wie stark die FPÖ abschneiden wird, dass sie aber zulegt, daran zweifelt niemand. Und dass somit für Häupl und seine roten Prätorianer in der Bundeshauptstadt die Gefahr besteht, die absolute Mehrheit zu verlieren, ist auch Faktum.

Es ist dies eine Kampfansage in Hinblick auf die Bundeshauptstadt. In der Steiermark, wo gleichzeitig gewählt wird, ist das Ganze vielleicht weniger spektakulär, dafür aber von strategisch großer Bedeutung. Dort könnten die Freiheitlichen, die nämlich aus dem politischen Niemandsland auf jeden Fall in den Landtag kommen, wenn nicht gar in die Landesregierung, zum Königsmacher werden. Dort könnten sie den Wechsel vom roten Voves zum schwarzen Schützenhöfer bewirken und damit neben der landespolitischen Bedeutung auch in bundespolitischer Hinsicht einen groben Keil zwischen die beiden großkoalitionären Regierungspartner treiben.

Abgesehen von den beiden wahlkämpfenden Bundesländern Wien und Steiermark ist es aber die nunmehr vollzogene Kooperationsvereinbarung zwischen den Freiheitlichen und der „Freiheitlichen Partei in Kärnten“ der Gebrüder Scheuch, die womöglich in bundespolitischer Hinsicht für die Zukunft von größter Bedeutung sein könnte. Auch wenn Landeshauptmann Dörfler und die Scheuchs bei künftigen Regionalwahlen vielleicht nicht mehr so triumphal abschneiden werden wie dies im Vorjahr im Nachhall auf den Unfalltod des Landeshauptmanns Haider der Fall war, dürfte das FPK dennoch die bestimmende Kraft im südlichsten Bundesland bleiben. Und damit ist gewährleistet, dass die FPÖ bei jeder bundesweiten Wahl zumindest vier bis fünf Prozent mehr an Stimmen verbuchen kann. Überdies ist mit dieser Parteienkooperation und mit der Heimkehr der Kärntner Freiheitlichen unter das Dach der gesamtfreiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft gewährleistet, dass die orange Schmutzkonkurrenz, das Rest-BZÖ, mittelfristig zum Absterben verurteilt ist. Allein mit warmen Worten wird der Mundwerksbursche Petzner und der blässliche politische Handlungsreisende Bucher ein Überleben der orangen Truppe nicht gewährleisten können. Die FPÖ als soziale Heimatpartei bleibt damit auf Dauer die einzige legitime Vertreterin des Dritten Lagers der national-freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft.

3 Antworten zu Kampfansagen und Selbstbetrug

  1. Der Bub sagt:

    Ich glaube, es hier bereits einmal gelesen zu haben und kann mich dem nur vollinhaltlich anschließen: nun ist endlich wieder zusammen, was zusammen gehört – wenigstens in Kärnten. Für mich als freiheitlichen Mensch ist es eine Wohltat zu sehen, dass das Dritte Lager sich nun wieder auf eine gemeinsame Schiene begibt – es wurde höchste Zeit! Schade ist nur, dass noch nicht alle BZÖler verstanden haben, um was es hier geht: nämlich die rote Allmacht ein für allemal zu brechn und eine ernstzunehmende Kraft im Land zu werden. Strache hat Charisma und Ausstrahlung, die Menschen mögen ihn; das macht ihn mMn zu der idealen Leitfigur! Ich drücke den Freiheitlichen alle Daumen.

  2. Donauwalzer sagt:

    Ich glaube, dass H.C. Strache eine gute Alternative für all die Wähler sein wird, die in Wien genug davon haben sich von einem charakterlosen und unfreundlichen Bürgermeister Häupl vertreten zu lassen. Ein Bürgermeister sollte meiner Meinung nach ein Mensch sein, der einen auf der Straße zurück grüßt. Vielleicht sollte man das Herrn Häupl einmal lernen.

  3. Bertha sagt:

    In Kärnten wurde ein Zeichen gesetzt: Man soll am selben Strang ziehen wenn man etwas erreichen will. Es ist in der heutigen Zeit wichtig, sich auf grundlegende Dinge zu besinnen und alte Fehden zu vergessen. Zusammen sind wir stark und nur so hat das Dritte Lager die Möglichkeit sich gegen SPÖ & Co zu behaupten.

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