Wien hat an Seite Berlins für Deutsch als EAD-Arbeitssprache zu kämpfen

Außenminister Michael Spindelegger muss sich gemeinsam mit Berlin dafür einsetzen, daß Deutsch zur Arbeitssprache im Europäischen Diplomatischen Dienst (EAD) wird. Deutsch ist die in der EU am weitesten verbreitete Muttersprache, weshalb es völlig unverständlich ist, daß die Sprache Goethes und Schillers stiefmütterlich behandelt wird. Ein Ende der offenen Diskriminierung der deutschen Sprache in der Europäischen Union wäre ein geeignetes Mittel gegen die hierzulande weitverbreitete EU-Skepsis. Aber leider kämpft die Bundesregierung nicht an der Seite Berlins für eine Gleichstellung des Deutschen, sondern verpulvert lieber in regelmäßigen Abständen
Millionen an Steuergeldern für EU-Bejubelungskampagnen.

Es besteht allerdings die berechtigte Befürchtung, daß der Diplomatendienst nicht die Stellung der EU in der Weltpolitik heben, sondern eher die Bürokratie weiter aufblähen wird. Wenn es dem Vernehmen nach neben einem Generalsekretär und seinen zwei Stellvertretern noch bis zu sechs Generaldirektionen geben soll, dann
drängt sich der Verdacht auf, daß der EAD in erster Linie ein Betätigungsfeld für unterbeschäftigte Eurokraten werden soll. Aber das kann wohl nicht Sinn und Zweck der Sache sein.

2 Antworten zu Wien hat an Seite Berlins für Deutsch als EAD-Arbeitssprache zu kämpfen

  1. O. S. Wald sagt:

    Die Deutschen werden von der EU nur dann nicht stiefmütterlich behandelt, wenn sie zahlen sollen. Beispiele dafür gibt es ja in der Vergangenheit mehr als genug. Und wahrscheinlich werden deshalb so wenig EU-Dokumente auf Deutsch veröffentlicht, um den bundesdeutschen (und österreichischen) Steuerzahlern zu verheimlichen, daß sie die Melkkühe Europas sind. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Bundesregierung bislang nicht für die Gleichstellung der deutschen Sprache eingesetzt hat.

    Völlig zu Recht äußern Sie die Befürchtung, daß der neue EU-Diplomatendienst nur die Bürokratie aufblähen aber sonst nichts bringen wird. Aber immerhin kann die EU durch das Ungetüm mit dem klingenden „Europäischer Auswärtiger Dienst“, der tausende Eurokraten beschäftigen soll, den Bürgern eine Bedeutung vorgaukeln, die sie in der Weltpolitik nicht hat.

  2. mrs.poppins sagt:

    Ich verstehe vor allem nicht, warum die Deutschen diesbezüglich nicht mehr Druck machen. Seitdem Angie Sarkozys neue, beste Freundin zu sein scheint, dürfte die doch kein Problem sein…
    Leider sehe ich die deutschsprachige Bevölkerung gerade bei diesem Thema einer englisch sprechenden Übermacht gegenüber gestellt.

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