Die orange Blase

Die Medien wollen das BZÖ „hochpuschen“

Kein Tag vergeht, an dem man in Österreichs Gazetten nicht große Interviews mit den orangen Granden Bucher oder Petzner liest. Kein Tag vergeht, an dem der ORF nicht unglaublich wichtige Meldungen der BZÖ-Spitzenpolitiker verbreitet. Und insgesamt nähert man sich der Rest-Truppe des Friesacher Gastwirts durchaus mit Sympathie: rechtsliberal wolle diese sein, was durchaus begrüßenswert wäre und auf jeden Fall gegen Straches FPÖ und die Kärntner Freiheitlichen der Gebrüder Scheuch.

Die Umfragen sagen allerdings deutlich, dass dieses BZÖ seit dem Tod Haiders bundespolitisch bestenfalls grenzwertig ist. Nach der Heimkehr der Kärntner unter das freiheitliche Dach sind es allenfalls noch zwei oder drei Prozent der Österreicher, die bundesweit dem BZÖ ihre Stimme geben würden. Ein eindeutiger Befund also. In Kärnten selbst allerdings versucht man mit der Hilfe von demoskopischen Momentaufnahmen so zu tun, als hätte das BZÖ im südlichsten Bundesland durchaus Chancen, stark abzuschneiden. Und den Kärntner Gründungskonvent der Truppe um Bucher und Petzner jubelte man zur populären Großveranstaltung hoch. Dabei war es den beiden nur gelungen, in St. Veit einen Saal mit Obskuranten und Verunsicherten voll zu bekommen.

Aufgrund der medialen Resonanz glauben die Rest-Orangen jedenfalls eine Chance zu haben und sie wollen die um jeden Preis nützen. Keine Veranstaltung, bei der sie nicht in großer Anzahl präsent sind, kein Event – insbesondere in Kärnten – den sie nicht nützen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Bei der Klagenfurter Redoute, seit 20 Jahren der traditionelle Ball des Landeshauptmanns ebenso wie bei der Fernsehsitzung des Villacher Fasching: der Grasser-Verschnitt Josef Bucher und die wandelnde Solariums-Reklame Stefan Petzner sind immer dabei. Politische Beobachter sind sich dennoch einig, dass das BZÖ bei den nächsten Wahlen das Schicksal des längst vergessenen Liberalen Forums ereilen wird. Medienunterstützung allein reicht eben längst nicht.

2 Antworten zu Die orange Blase

  1. markus gstättner sagt:

    Man muss sich diesbezüglich einmal fragen warum das BZÖ mediale Unterstützung erhält?
    Warum haben Medien ein Intersse daran eine politische Missgeburt am Leben zu erhalten?
    Gehts vielleicht um die Quote oder die Auflage die damit hoch bleibt, weil sich laufend etwas Spannendes ergibt im Dritten Lager?
    Warten die Medien auf die nächste Abspaltung?
    Den Gedankengang mancher Chefredaktuere möchte man gerne verstehen.

  2. mrs.poppins sagt:

    Lieber Herr Markus Gstättner,
    ich kann mich Ihrem Posting hier nur anschließen! Aber eines sei hierzu auch gesagt: die Medien treiben kein ehrliches Spiel und wer heute noch als „heißer Typ“ gehandelt wird, der etwas zu sagen hat, wird morgen wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Ich bin überzeugt, dass Herr Mölzer Recht hat mit seiner Einschätzung, dass das Bundes-BZÖ nach der nächsten Nationalratswahl endgültig Geschichte sein wird und die Medien, die heute noch brav raportieren, morgen auf ihnen herumtreten werden.

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