Schrille Begleitmusik

Die Gebrüder Scheuch haben sich in Kärnten also durchgesetzt, das vormalige Kärntner BZÖ hat Uwe Scheuch als Parteiobmann nahezu triumphal bestätigt und die Rückkehr unter das gemeinsame freiheitliche Dach auf Bundesebene sogar einstimmig beschlossen.

Damit ist jener Irrweg, den der verstorbene Kärntner Landeshauptmann vor fünf Jahren beschritten hatte, nämlich die Spaltung des freiheitlichen Lagers, korrigiert. Und so sehr man sich auf diesem Parteitag noch auf Haider bezog, sich die Kontrahenten Scheuch und Bucher als die jeweils besseren und legitimieren Erben Haiders darzustellen versuchten, so sehr bedeutet dieser Parteitag mit seinen Beschlüssen die Abkehr von Haider. Da mochte der aus dem ÖVP-Umfeld kommende politisch einigermaßen naive Josef Bucher und der – im wahrsten Sinne des Wortes bei seiner Parteitagsrede – schaumschlagende Obskurant Stefan Petzner Recht gehabt haben: Haider hätte sich mit der bewusst national-freiheitlichen ideologisch verortenden FPÖ unter Heinz-Christian Strache wohl kaum gemeinsam marschieren wollen. Er hätte sie allenfalls als Mehrheitsbeschaffer missbrauchen wollen, vielleicht auch in irgendeiner Form von „Wiedervereinigung“ vereinnahmen wollen, um sie wieder aufs Neue umzudrehen und zu entideologisieren. Den Weg, den die Freiheitlichen in Kärnten nunmehr beschreiten, dieser Weg ist aber etwas Neues und er wird die freiheitliche Opposition, die freiheitliche Erneuerungsbewegung in der Republik insgesamt in einem bis jetzt wahrscheinlich noch gar nicht absehbaren Maße stärken.

Die mediale Begleitmusik für die Entwicklung, die zu diesem Parteitag der Freiheitlichen in Kärnten geführt hat, war aber eine ausgesprochen schrille. Nicht nur, dass die Scheuchs als dumpf-tyrannische Oberkärntner Herrenbauern dargestellt wurde, medial genau orchestriert versuchte man auch noch rechtzeitig einen Korruptionsskandal hochzuziehen. Mittels angeblich authentischer Tonband-Mitschnitte sollten hier illegale Parteispenden, illegale Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft und ähnliches in den Raum gestellt werden, um den neuen Bündnispartner Straches zu diskreditieren. Das Material dazu kam – no na – aus dem Umfeld des Bundes-BZÖ. Wer sich an Ewald Stadlers Versuch erinnert, mittels selbstverständlich rein zufällig an die Öffentlichkeit gelangter Jugendfotos Strache zu verunglimpfen, der wird sich über die selbstverständlich auch jetzt rein zufällig an die Öffentlichkeit gelangten Tonband-Protokolle nicht wundern. Aber die Scheuchs sind harte Knochen…

Nun haben sie es jedenfalls durchgesetzt, dass ein versprengtes Häuflein auf Bundesebne übrig bleibt, Stadler und Scheibner, Petzner und Bucher, die ihr politisches Wirken nunmehr auslaufen sehen, oder sich noch flugs mittels allerlei Wendungen und Windungen Unterschlupf unter einem anderen politischen Dach suchen. Da werden die Telefone in der ÖVP-Zentrale heiß laufen. Denn eines ist ja gewiss: Herr Petzner in Kärnten und Herr Bucher bundesweit, Frau Haubner in Oberösterreich, Herr Grosz in der Steiermark und Herr Scheibner in Wien, sie werden politisch nichts zustande bringen. Was wird also übrig bleiben? Herr Bucher wird versuchen, in die ÖVP zurückzukehren, Herr Petzner vielleicht für die Grünen kandidieren und Ewald Stadler für die Pius-Brüderschaft – ach, mit der hat er sich ja auch überworfen.

Für die Medien waren die Genannten in den letzten Wochen willkommene Wortspender, galt es doch, einer Erstarkung des national-freiheitlichen Lagers im Lande zu torpedieren. Sie lieferten die schrillen Inhalte für die Anti-Scheuch-Kampagne. Und man darf getrost drauf wetten, dass diese demnächst wieder in eine Anti-Strache-Kampagne einmünden wird, die man im Vorfeld der Wiener Landtagswahl seitens eben derselben Medien führen wird. Allein, der gelernte Österreicher lässt sich von derlei nicht mehr wirklich beeindrucken. Die politische Linke und jene, die gläubig das Gefasel der Gutmenschen aufnehmen, ihnen ist nicht zu helfen. Jene Österreicher aber, die sich ihre kritische Urteilskraft bewahrt haben oder zumindest den gesunden Hausverstand, sie werden erkennen, dass ein geeintes und starkes Drittes Lager entweder als kontrollierende und mahnende Opposition oder auch als wertkonservatives und patriotisches Korrektiv in der Regierung keineswegs schlecht für Österreich ist.

2 Antworten zu Schrille Begleitmusik

  1. Albert Horth sagt:

    Das BZÖ wirkt auf mich wie eine schlechtere FPÖ. Alle die nicht in der FPÖ erfolgreich sein konnten haben es da versucht. Schlecht sind sie auch im verlieren wie man an den dubiosen Korruptionsvorwürfen sieht.

  2. andreas maier sagt:

    Propaganda gegen freiheitliche Politiker war und ist wirkungslos. Nicht nur wirkungslos sondern hat sie den Personen letztendlich sogar genützt. Nachdem Fotoskandal des Bundesparteiobmanns Strache, oder nach der Aussage des vorarlberger Obmanns über den „Exiljuden“, sind die Umfragewerte der FPÖ keineswegs nach unten gegangen, nein sie sind sogar gestiegen. Schlechte Nachrede hat gegenüber eines Freiheitlichen nie das gewünschte Ergebnis der Presse erzielt.
    Dafür muss man den Bürgern in diesem Land danken, und hoffen, dass sie weiter auf ihren Instinkt hören, wenn es einmal wieder heißt, einen Vertreter des dritten Lagers zu diskreditieren.

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