Abscheu vor Andersdenkenden

Da hatte ich also am Samstag eine Konfrontation bzw. ein Streitgespräch mit Frau Lunacek von den Grünen für den Kurier (wann der Kurier dieses abdruckt, weiß ich nicht). Eigentlich hat es mich gewundert, dass Frau Lunacek überhaupt mit mir redet, wohl weil sie sich halt auch davon mediale Präsenz verspricht. Gewundert deshalb, da die Abscheu, die die Dame mir gegenüber empfindet genauso deutlich war, wie sie mir vor zwei Wochen von Frau Glawischnig bei der Podiumsdiskussion anlässlich der Präsentation des Strache-Buchs entgegen gebracht wurde. Abscheu gegenüber Andersdenkenden bis hin zum wirklichen Hass, das war da zu spüren. Vom „Gespräch unter Feinden“ wie es Friedrich Heer vor Jahrzehnten gefordert hat, ist da kaum mehr etwas übrig geblieben.

Bezeichnend bei dieser Debatte war auch, dass Frau Lunacek mir ständig apodiktisch erklärte, was ich meine. Was ich wirklich selber zu einzelnen Themen zu sagen hatte, interessierte sie kaum. Sie behauptete schlicht und einfach, „sie meinen das, sie meinen jenes“. Das ging so weit, dass ich den Kurier-Redakteur vorschlug, das Streitgespräch doch mit Frau Lunacek alleine zu führen, die mit verteilten Rollen einmal Lunacek, einmal Mölzer geben könnte. Und nachdem sie mich ständig unterbrach und nie reden lassen wollte, bat ich sie doch demütig mir doch jeweils nach ihren Wortmeldungen mitzuteilen, wann ich antworten dürfe, wenn sie dies überhaupt wünsche. Jedenfalls ein kurioses Gespräch.

Darauf gab es – organisiert vom österreichischen Informationsbüro des Europäischen Parlaments – eine Podiumsdiskussion in der Wiener Urania zwischen EU-Abgeordneten der SPÖ, der ÖVP, der Grünen und meiner Person im Beisein des Parlamentspräsidenten Hans Gert Pöttering. Herr Swoboda, Herr Lichtenberger und Herr Karas debattierten da vor etwa zweihundert Zuhörern. Es war eine weitgehend sachliche, eher unaufgeregte Debatte und Pöttering ist, ganz abgesehen von seiner politischen Tätigkeit, ein durchaus sympathischer Mann. Bei den Antworten auf die Publikumsfragen kam für mich allerdings eines heraus – und das betrifft insbesondere SPÖ und ÖVP-Vertreter – dass das politische Establishment eine gewisse Abgehobenheit, eine gewisse Arroganz, zu Tage legt. Die Vertreter dieses Establishments sind ungeheuer sicher, dass ihre Arbeit auch auf der Ebene des Europäischen Parlaments von unglaublicher Bedeutung ist. Da gibt es nur Erfolge und glänzende Leistungen, Selbstkritik hört man hier kaum. Bedenklich ist nun, dass dieses Selbstlob der Eurokraten in so krassem Gegensatz zur EU-Ablehnung der breiten Masse der Bevölkerung steht. Hier tut sich eine Schere auf, eine Kluft, die schwer zu schließen sein dürfte.

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6 Antworten zu Abscheu vor Andersdenkenden

  1. Nicolas sagt:

    Die Freiheitliche Partei Österreich hat es als einzige Fraktion dieses Landes ins Jahr 2009 geschafft. Mit klarem Blick für die Probleme dieser-heutigen- Zeit und mit klaren notwendigen Antworten. Ungebunden, also frei von politisch ideologischen Zwängen, erfasst die Freiheitliche Bewegung die ganze Komplexität dieses Systems und zeigt offen alle Mängel auf! Und da die Lösungen für manch Problem manchmal eben Manche selbst betreffen, fehlt auch logischerweise die Argumantationskraft. Festgefahren im System und nur noch um Erhalt bemüht gehen bei manchen die Emotionen hoch.
    So sind Sie Herr Mölzer, als eines der personifizierten Feindbilder mancher, sicherlich noch viele Male solchen Situationen ausgesetzt. Doch zeigt das auch den Menschen in diesem Land das wahre, ignorante und lösungsfreie Wesen – mancher!

  2. GM sagt:

    Wenn ich so etwas lese wird mir schon ein wenig angst und bange! Man stelle sich vor, so eine wie die Lunacek würde etwa ministerin in österreich werden!! Bei dieser menschenverachtung und diesem demokratieverständnis läuft es mir kalt über den rücken!
    Meint,
    GM

  3. horrido sagt:

    viel feind, viel ehr… siehe auch hier http://www.kellernazisinderfpoe.at eine frechheit – hier wird alles in der fpö an den pranger gestellt und für vogelfrei erklärt…

  4. mistkäfer sagt:

    die abhalfterung des profilierten eu-parlamentariers voggenhuber durch frau lunacek ist symptomatisch für das verkommen der einmal grün gewesenen partei zur reinen feministinnen lobby. nur weil die lesbische freundin von frau lunacek in brüssel lebt, mußte voggenhunber gehen. wenn die lunacek endlich ins europaparlament kommt, bezahlt wenigstens der steuerzahler die ins geld gehenden flugkosten nach brüssel.

  5. O.S. Wald sagt:

    Ja, ja, die Grünen. Immer predigen sie von Tolanz und sind selbst doch intolerant bis ins Mark. Bleibt nur zu hoffen, daß sich bei der EU-Wahl der bei der Nationalratswahl eingesetzte Abwärtstrend weiter fortsetzt.

  6. Markus Löffler sagt:

    Die Gesprächskultur in fortschrittlichen Kreisen läßt schon seit geraumer zu wünschen übrig.Man denke an die Club 2-Diskussion „Wie rechts ist Österreich?“ unter der Leitung von M.Köhlmeier,in der Ihnen Herr Mölzer vorgeworfen wurde,dass die FPÖ die Nachfolgepartei der Auschwitz-Verbrecher sei.Der teilnehmende Historiker Jagschitz reagierte richtig als er sagte,dass eine Diskussion,in der solche Aussagen eingebracht werden unter jeder Gesprächskultur liegen und einen weiterführenden Austausch unmöglich macht.

    Sehr amüsant finde ich den von A.van der Bellen getätigten Satz:“die Freiheitlichen sind die Partei der ängstlichen Männer,während die Grünen die Partei der mutigen Frauen sei“.Sowieso wurden dem Gros der blauen Wähler nach den letzten NR-Wahlen jegliche Zurechnungsfähigkeit abgesprochen indem man das erfreuliche Erstarken der FPÖ als reines Protest-Wahlphänomen titulierte und denm Wähler somit die Mündigkeit aberkannte, bewußt ein Kreuz an blauer Stelle zu setzen.Aber als Teil der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft is man es ja gewohnt politisch angefeindet zu werden und sich zu rechtfertigen warum man einer Parei der ängstlichen Männer sein Vertrauen schenkt.
    In diesem Sinne:“Viel Feind,viel Ehr!“

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