Wer mit Dreck wirft beschmutzt sich selbst

Hannes Swoboda, sozialdemokratischer Spitzenkandidat für die EU-Wahl hat in diesen Tagen – am Sonntag war es in irgendeiner Zeitung zu lesen – etwas Bedenkenswertes gesagt: Er müsse sich erst wieder an die Aggressivität der politischen Auseinandersetzung gewöhnen.

Und tatsächlich: Niedertracht und Neid. Denunziation und Diffamierung, Unwahrheiten und Unterstellungen sind es, die hierzulande die politische Debatte, insbesondere wenn es um Wahlkämpfe geht, prägen. Und jeder, der sich in dieses Schlammschlacht-Getümmel wirft, wird genug Dreck finden, mit dem er um sich schmeißen kann. Übersehen wird dabei nur häufig, dass man sich selbst solcherart zu allererst beschmutzt.

Darum gilt es sich einer solchen Schlammschlacht schlicht und einfach zu verweigern. Was bringt, es wenn ich den potentiellen orangen Kandidaten Ewald S. bezichtige, ein chronischer Verräter zu sein, der Haider und Strache, die FPÖ und die Pius-Bruderschaft mit dem Judas-Kuss versehen hat? Was bringt es, wenn ich Hans Peter M. einen chronischen Denunzianten und Neidgenossen heiße, der über 286 Euro Abgeordneten-Taggeld debattiert, uns aber alle im Unklaren lässt, wo seine eineinhalb Millionen Euro Wahlkampferstattung vom letzten EU-Wahlkampf geblieben sind? Was bringt es, wenn ich die grüne Kandidatin Ulrike L. bezichtige, vorwiegend deshalb ins EU-Parlament einziehen zu wollen, weil ihre peruanische Lebensgefährtin in Brüssel domiziliert? Was nützt es wenn ich den ÖVP-Spitzenkandidaten Ernst Strasser bezichtige, ein notorischer Postenschacherer und Parteibuch-Wirtschafter zu sein, dessen Polizeireform nur der Kriminalität im Lande Tür und Tor geöffnet hat? Und was nützt es schließlich, wenn ich den roten Spitzenkandidaten Hannes S. bezichtige, ein Eurokrat zu sein, der sein Fähnchen nach dem parteitaktischen Wind hängt und in den Saloons des EU-Parlaments das Lied der EU-Nomenklatura singt, um im Pressehaus der Wiener Mutgasse den EU-kritischen Sing-Sang nachzubeten?

In Hinblick auf das Gedeihen unserer österreichischen Heimat und auf die Zukunft Europas bringt das alles nichts, sind derlei Untergriffe schlicht und einfach sinnlos. Folglich werde ich versuchen, diese Dinge im beginnenden Wahlkampf schlicht und einfach nicht anzusprechen. Ich werde sie ignorieren!

Ignorieren werde ich aber auch jene Untergriffe und Unterstellungen, jene Diffamierungen und Denunziation, die im Hinblick auf meine eigene Person getätigt werden.

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One Response to Wer mit Dreck wirft beschmutzt sich selbst

  1. Mag. Peter Holzgethan Z! sagt:

    Das ist ein guter Vorsatz! Es hat sich schon bei veielen Wahlen gezeigt, dass Kandidaten, die sich nocht so aggressiv gebärden, eher gewählt werden. Hauptkriterium ist aber das gute Aussehen. (Obama,Faymann, Vranitzky, Strache). Scheinbar dominieren die Damen unsere Wahlen.

    Beste Grüße

    P.H.

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