Wo ist die FPÖ?

Am Wochenende bin ich im Rahmen einer Veranstaltung auf das Faktum angesprochen worden, dass man von der größten Oppositionspartei des Landes, von den Freiheitlichen, in den Medien schlicht und einfach nichts hört. Und das stimmt. Da gibt es keinen Bericht über irgendwelche parlamentarischen Initiativen. Da gibt es keine Reportage über die Spitzenrepräsentanten der FPÖ. Da gibt es keine Notiz basierend auf der vielfältigen blauen Pressearbeit. Da gibt es rein gar nichts, während von Grün, Rot und auch Orange jede Nebensächlichkeit groß aufgeblasen wird. Und wenn man dann etwas liest, das eine oder andere Mal, selten genug eine knallige Schlagzeile zum Thema Freiheitliche vorfindet, dann sind es angebliche Skandale und mutmaßliche Schweinereien: Da haben Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten bei einem „Nazi-Verlag“ irgendwelche Dinge bestellt, da habe dieser ungerechtfertigt eine ungeheure Abfertigung kassiert. Oder – das Neueste – der designierte EU-Spitzenkandidat Andreas Mölzer, dessen Wochenblatt „Zur Zeit“ natürlich auch schwerst NS-lastig sei, wäre der aller-aller-stinkfaulste EU-Abgeordnete Österreichs, so jüngst in der Info-Illustrierten „News“.

Natürlich kann man das ganze ja nur mit Ironie nehmen. Noch vor wenigen Monaten gab es im mindestens ebenso seriösen Schwesterblatt von „News“, im „Österreich“, ein Ranking der österreichischen EU-Abgeordneten, wo Mölzer hinter dem roten Swoboda auf Platz Zwei gereiht wurde: siehe http://www.andreas.moelzer.at Und „News“ selbst hat im Jahre 2005 ein Ranking abgedruckt, wo in erster Linie Reden, Anträge und Anfragen gewertet wurden, wobei Mölzer damals nach dem ersten Jahr im Parlament im Mittelfeld lag. Kurioserweise würde der freiheitliche EU-Kandidat heute nach den Kriterien, die „News“ damals verwendete, der absolut fleißigste Abgeordnete sein: Die meisten Reden, die meisten Anfragen, die meisten Anträge. Nun aber hat „News“ schlicht und einfach die Kriterien verändert. Fleißig ist, wer am längsten im Parlament anwesend ist. Jene Berufs-Politfunktionäre von SPÖ und ÖVP also, die ihren Hintern in Brüssel und in Straßburg breitsitzen, weil sie zumeist freigestellte Kammerfunktionäre, karenzierte Parteimitarbeiter oder Beamte sind und sonst nichts zu tun haben. Jene, die in Österreich weitgehend unbekannt und in ihren eigenen Parteien unbedeutend sind, wäre nunmehr auf einmal die Fleißigsten. Nun dürfte wohl dem letzten Zweifler klar sein, dass es sich hier um eine gesteuerte Kampagne gegen die FPÖ und ihren Spitzenkandidaten handelt.

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