„Weiter so“ in den Abgrund

In der Europäischen Union ist Feuer am Dach. Die Schulden- und Finanzkrise nimmt immer dramatischere Ausmaße an, und die Brüsseler Polit-Nomenklatura versucht die Probleme mit einem „Weiter so“ zu lösen. So wird ernsthaft darüber diskutiert, den Euro-Rettungsschirm EFSF auf zwei Billionen Euro oder mehr aufzustocken. Mit anderen Worten: Die Europäische Union soll zu einer Transferunion umgebaut werden, in der die wirtschaftlich erfolgreichen Mitglieder wie Österreich oder Deutschland die Pleitestaaten auf Dauer durchzufüttern haben.

Dabei wird immer deutlicher, daß sich die bisherigen Rettungsmaßnahmen als wirkungslos erwiesen haben. Hieß es vor eineinhalb Jahren, Griechenland könne mit einer einmaligen Finanzspritze vor dem Bankrott gerettet werden, so wurden wir bald eines besseren belehrt. Athen braucht ein weiteres Rettungspaket, und ein Ende des Milliardenstroms auf den Peloponnes ist nicht absehbar. Darüber hinaus mußten Irland und Portugal mit Dutzenden Milliarden vor der Pleite gerettet werden, und die Haushaltslage in Spanien und Italien ist gelinde gesagt alles andere als rosig. Sollte den beiden letztgenannten Euro-Staaten die Zahlungsunfähigkeit drohen, dann würde dies wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Rest der Euro-Zone mit ins Chaos reißen.

Die EU-Granden, angefangen von Kommissionspräsident Barroso über Frankreichs Sarkozy und der bundesdeutschen Kanzlerin Merkel werden also das Problem weder mit kosmetischen Maßnahmen noch mit Schönrednerei lösen können. Denn der einige Ausweg aus der Krise liegt nicht in einer grenzenlosen Ausweitung verschiedener Rettungsschirme und Hilfspakete, sondern in einem radikalen Schritt. Denn die Währungsunion in ihrer bestehenden Form hat sich als Fehlkonstruktion erwiesen, die den europäischen Völkern mehr Schaden als Nutzen bringt. Wenn verhindert werden soll, daß wegen der haushaltspolitischen Sorglosigkeit einiger weniger ganz Europa den Bach runter geht, dann ist die Euro-Zone zu teilen, und zwar in einen harten Nord-Euro und einen weichen Süd-Euro.

Aber dazu wird man nicht bereit sein. Vielmehr werden die selbstherrlichen EU-Eliten die gegenwärtige Krise zum Anlaß nehmen, den Mitgliedstaaten die Budget- und Finanzhoheit, also die Reste der ihnen noch verbliebenen Souveränität zu entreißen. Und damit kämen sie ihrem großen Ziel einen Riesenschritt näher: nämlich der Schaffung eines zentralistischen EU-Superstaates.

9 Antworten zu „Weiter so“ in den Abgrund

  1. Der Bub sagt:

    Und nun werden Griechenland doch noch 50% der Schulden erlassen!
    Wann wird endlich eingestanden, dass der Euro gescheitert ist? Dann, wenn die Bürger nichts mehr zu essen haben, die Löhne in den Keller sinken und ganz Europa auf die Straße geht?
    Wenn die Hohen herren so weiter machen, haben wir bald Krieg – alle gegen die Regierenden! Das möchte ich mir eigentlich nicht anschauen müssen!

  2. empfehlenswerthlenswert,

  3. http://oe1.orf.at/artikel/288928).

    Ein emeritieter Volkswirtschaftsprofessor hat mir den obigen Link übermittelt und gleichzeitig gefordert, man möge das Thema Nord-Süd-Euro endlich fallen lassen, da sonst die Wirtschaftskompetenz der FPÖ allgemein in Zweifel gezogen werden würde. Es handelt sich hier um einen EU-Kritiker (bzw. -gegner) der ersten Stunde, der völlig unverdächtig ist, auf der Seite sinisterer Finanzlobbys zu stehen. Ich selbst bin nicht beschlagen genug, um hier fachlich etwas äußern zu können, halte es aber für empfehlenswert, sich innerhalb der FPÖ profunder mit der Materie auseinanderzusetzen, da sonst der vom
    politischen Gegner erhobene Vorwurf, die FPÖ kritisiere ohne Lösungsansätze, womöglich eine gewisse Berechtigung haben könnte.

  4. O.S. Wald sagt:

    Seit heute früh wissen wir, daß die EU weiter dem Abgrund zusteuert. Griechenlad wird zwar die Hälfte seiner Schulden erlassen, aber das Land bleibt in der Euro-Zone. Zudem wird der Euro-Schutzschirm EFSF auf (vorerst) eine Billion (!!!) Euro aufgebläht. Somit bleibt die Frage, wann die Nettozahler wie Österreich, die Bundesrepublik Deutschland oder die Niederlande unter dieser Last zusammenbrechen. Denn bekanntlich kann man auch die beste Milchkuh nicht ununterbrochen melken.

  5. Bertha sagt:

    Außerdem müssen jetzt auch die Banken ihr Eigenkapital erhöhen was bestimmt auch wieder zur Aufgabe der heimischen Steuerzahler wird, auch wenn die Banken noch beteuern, dies aus eigener Kraft zu schaffen…

  6. Was zum Sterben bestimmt ist, soll man dem Sterben überlassen und der Euro und die EU sind zum Sterben bestimmt.

    Es ist an der Zeit, dass sich die Europäer bewusst werden, dass die EU eine Institution der Fremdherrschaft der Wallstreet Bankster(= US-Regierung) ist. Die Völker Europas müssen sich zuerst von dieser befreien, um danach wieder von ganz vorne zu beginnen. Die Banken müssen verstaatlicht werden und der Zins verliert den Rechtsschutz. Somit kann man diesen Halunken das Handwerk legen, wenn das Geld unter staatlicher Kontrolle ist.

    Zudem müssen die Nationen ihre eigenen Währungen wieder einführen, damit die Souvernität der einzelnen Völker garantiert bleibt.

    Weitere Interessante Ausführungen über das Thema Geld

    > Der Welt-Geldbetrug (http://www.europaeische-aktion.org/Dokumente/de/4_Europaeischer_Diskurs/Der%20Welt-Geldbetrug.pdf)

    > Griechenlands Ruin geht alle an (http://www.europaeische-aktion.org/Dokumente/de/2_Flugblaetter/8_1%20Griechenlands%20Ruin%20geht%20alle%20an.pdf)

  7. Bloody Mary sagt:

    Merkelowa und Konsorten erinnern stark an Johanna die Wahnsinnige: Die hat ihren toten Habsburgergemahl durch halb Europa geschleift, weil sie ihn nicht beerdigen wollte. Die EUgläubigen betrachten verzückt den toten Euro und folgen nicht den Finanzexperten: “The Euro is dead. Bury it!” :lol: :roll:

  8. Bloody Mary sagt:

    Die FPÖ mit ihrem “Süd-Euro” spielt den Machern der “Mittelmeerunion” in die Hände, kommt mir vor. :wink:

  9. Bloody Mary sagt:

    Ich hätte nichts gegen eine D-Mark für 2 Euro. Die Nettozahler sollten sich diese Währung überlegen. Vielleicht kommen wir dann noch mit einem blauen Auge davon und verlieren nicht alle Ersparnisse :?:

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